Washington – Was tun, wenn man gezwungen ist, auf engstem Raum neben einer Person zu sitzen, der man eigentlich nichts zu sagen hat? Und die ganze Welt einem quasi dabei zusieht? Ex-US-First-Lady Jill Biden (75) verrät’s in ihrer Autobiografie und packt über eine Autofahrt mit der heutigen Präsidentengattin Melania Trump (56) aus.
20. Januar 2025. Politischer Hochbetrieb in der US-Hauptstadt Washington, D.C. Es ist der Tag der Amtseinführung von Donald Trump als 47. Präsident der USA. Wie es das Protokoll will, empfängt das scheidende Präsidentenpaar Joe und Jill Biden seine Nachfolger am Weißen Haus zum Tee. Die Situation: frostig. Und das nicht nur wegen des Wetters (minus 5 Grad). Trump hatte Bidens Wahlsieg 2020 gegen ihn nicht anerkannt, ihn immer wieder als schwach und unfähig bezeichnet. Auch der aktuelle Wahlkampf war hart gewesen. Das ging offenbar auch nicht spurlos an den Gattinnen vorüber.
Jill Biden beschreibt in ihrem neuen Buch „View From the East Wing: A Memoir“, wie sie nach dem Tee die Autofahrt mit Melania Trump vom Weißen Haus zum Kapitol erlebte.
Jill Biden ringt um Worte
„Es war eine der wenigen Begegnungen, die Melania und ich je hatten“, leitet sie ein. „Auch im Wagen der Präsidenten dürfte die Stimmung frostig gewesen sein, doch hatten sie zumindest beträchtliche Zeit in der Gesellschaft des jeweils anderen verbracht.“ Wie also die Zeit mit Melania, die eine Fremde für sie war, überbrücken?
Mit in der Limousine saß Politiker-Gatte John Bessler als Puffer. „Der arme John musste einen Weg finden, die Spannung zu lösen (...)“, schreibt Jill in ihren Memoiren. Also soll er Melania gefragt haben, an welcher Universität ihr damals 18-jähriger Sohn Barron studierte. Melanias knappe Antwort: „NYU.“ Dann soll sie das Gespräch aufs Wetter gelenkt haben. Bessler ließ nicht locker und fragte laut Biden, ob die Trumps einen Hund hätten. Melania verneinte; sie erwähnte jedoch, sie habe „Barron mehrmals gefragt. Aber er sagte: Nein, er wolle keinen Hund.“
Laut den Memoiren fragte Biden dann nach Melanias Vater Viktor, dessen Frau kurz zuvor gestorben war. „Sie sagte, es gehe ihm gut (...), fügte dann aber hinzu: ‚Aber wissen Sie, es ist ja erst ein Jahr her.‘“
Melania Trump sauer wegen Hausdurchsuchung
Weiterer Knackpunkt im Verhältnis Trump-Biden: „Melania machte Joe persönlich dafür verantwortlich, dass das FBI ihre Privaträume in Mar-a-Lago durchsuchte“, schreibt Jill. Wovon hier die Rede ist: Am 8. August 2022 rückte das FBI am trumpschen Anwesen in Palm Beach (Florida) an. Der Vorwurf: Trump soll nach dem Ende seiner ersten Präsidentschaft Geheimunterlagen mitgenommen und in Mar-a-Lago aufbewahrt haben. Trump und viele Republikaner behaupteten, die Durchsuchung sei politisch motiviert und Teil einer Kampagne der Biden-Regierung gegen ihn gewesen. Dafür gab es aber keine öffentlichen Belege. „Ich empfinde Mitgefühl für sie, da ich selbst einer solchen Durchsuchung unterzogen wurde“, fügt Jill in ihrem Buch über Melania hinzu und bezieht sich dabei auf die Durchsuchung des Hauses der Bidens im Jahr 2023. „Ich wusste, wie belastend es ist, wenn Agenten die eigene Wäscheschublade durchwühlen“, versichert Biden.