Deggendorf (Bayern) – Ein ganzes Bienenvolk schwärmte offenbar für Jesus. Die Bienen nisteten sich daraufhin in einer Christus-Statue ein. Doch im Heiland konnten die fleißigen Honigsammler nicht bleiben.
Denn die Statue, die im Freien im Kreis Deggendorf in Bayern stand, sollte Anfang Juli restauriert werden. Das Kruzifix wurde abgebaut und zur zuständigen Pfarrei gebracht. Da wurde dann festgestellt, dass in der Christusfigur ordentlich Leben steckte. Simon Weber (31) aus Röhrnbach wurde zu Hilfe gerufen. Er betreibt gemeinsam mit seiner Frau Stefanie (31) die „Imkerei mit der Goldnote“.
Der Trick mit der Königin
„In solchen Fällen haben sich meist Wespen angesiedelt. In diesem Fall waren es tatsächlich Honigbienen. Eine Königin hatte sich mit ihrem Schwarm in der hohlen Figur niedergelassen, sie wahrscheinlich für einen Baum gehalten“, so der junge Imker zu BILD.
In Absprache mit der Pfarrei öffnete Weber die Holzfigur an der Rückseite. Die Christusfigur sollte ohnehin überarbeitet werden. „Es hatten sich 35.000 bis 40.000 Bienen dort niedergelassen. Sie hatten schon im ganzen Hohlraum Waben angelegt. Ich habe die dann vorsichtig entfernt.“
Der Trick: Der Imker konnte die Königin finden und einfangen. Ihre Untertanen folgten dann. So wurde das nahezu komplette Volk umgesiedelt.
Aber wie konnte sich der Schwarm dort überhaupt niederlassen?
Weber: „Es werden im Stock neue Königinnen geboren. Dann zieht die vorherige Königin aus, ihr folgen dabei rund 10.000 Bienen. Dieser Schwarm sucht dann nach einem neuen Wohnort, um wieder einen Staat zu gründen. Dabei müssen sie auf die Statue gestoßen sein.“ Er vermutet, dass die Königin schon geraume Zeit dort residierte, da der Schwarm bereits beachtliche Größe erreicht hatte.
Ohne die Rettungsaktion hätte der Schwarm sicher nicht den Herbst überlebt, so der junge Imker. Und auch die Restaurierung wäre nicht möglich gewesen, ohne die fleißigen Bienen zu töten. „Ich habe sie in einem Bienenkasten neu angesiedelt. Wir päppeln sie jetzt auf, damit sie sicher durch den Winter kommen“, so Weber. Ein Happy End, wie es sich sicher auch Jesus gewünscht hätte.