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Gletscher-Kollaps in Nepal: Wer sind die mehr als 1500 Vermissten?

Gletscher-Kollaps in Nepal: Wer sind die mehr als 1500 Vermissten?
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Kathmandu/Peking – Für Tausende Familien hat nach der verheerenden Sturzflut an der Grenze zwischen Nepal und China ein Albtraum begonnen. Mehr als 1500 Menschen gelten weiterhin als vermisst – davon 667 ausländische Touristen. Während Rettungskräfte durch Schlamm, Geröll und zerstörte Täler suchen, hoffen Angehörige auf ein Lebenszeichen. Allein in Nepal wurden bislang über 300 Tote gezählt und auch auf der chinesischen Seite der Grenze werden noch Hunderte Menschen gesucht.

Besonders verzweifelt ist die Suche nach einer Pilgergruppe mit 55 Menschen. Der Reiseveranstalter Hiking Himalayas Treks bittet inzwischen öffentlich um Hinweise zum Verbleib der Teilnehmer. „Bitte helft uns, sie zu finden“, schrieb das Unternehmen auf Facebook. Die Gruppe war auf einer Pilgerreise unterwegs, als die Flut die Region traf. Viele der Reisenden stammen aus der Ukraine. Nach offiziellen Angaben gelten derzeit 53 Ukrainer als vermisst.

Australische Gruppe von Wassermassen überrascht

Der Aufruf richtet sich inzwischen an Menschen auf der ganzen Welt. „Die Familien der internationalen Pilger sind äußerst besorgt und warten dringend auf Neuigkeiten über ihre Angehörigen“, schreibt der Reiseveranstalter. Aber auch andere Reiseunternehmen schlagen Alarm. Der Veranstalter Himalayan Glacier teilte mit, dass sich rund 15 der 34 vermissten Australier auf einer seiner Touren befanden. Die Gruppe war gerade auf einer Wanderung unterwegs, als die Wassermassen ins Tal schossen.

Kinder unter den Vermissten

Unter den Vermissten sind auch zahlreiche Kinder und ganze Familien. Nach Angaben der australischen Zeitung „The Australian“ werden zwei australische Jungen im Alter von elf und 14 Jahren gesucht, die gemeinsam mit ihren Eltern in Nepal unterwegs waren. CNN berichtet von einem 14-jährigen Mädchen aus den USA, das zusammen mit seiner Familie verschwunden ist. Über soziale Medien wird außerdem nach der 14-jährigen Nepalesin Sumedha Amatya gesucht.

Auch die Amerikanerin Radhika Sharma veröffentlichte einen verzweifelten Hilferuf. Ihre Eltern Ramesh und Neelam Sharma gelten seit der Katastrophe als vermisst. „Falls jemand Kontakte nach Nepal, Gyirong/Tibet, zu Krankenhäusern, Rettungskräften oder Behörden hat, meldet euch bitte“, schrieb sie auf der Plattform X.

Beliebte Route für Pilger und Touristen

Die Flut traf ausgerechnet eine Region, die jedes Jahr Tausende Menschen anzieht. Über den Grenzübergang Rasuwagadhi und die tibetische Grenzstadt Gyirong verläuft eine der wichtigsten Routen zum heiligen Berg Kailash. Der mehr als 6600 Meter hohe Gipfel gilt für Hindus, Buddhisten, Jains und Anhänger der Bön-Religion als einer der bedeutendsten Wallfahrtsorte der Welt.

Viele indische Pilger in der Region unterwegs

Viele der Vermissten waren auf dem Weg dorthin. Allein Nepal meldete 133 verschwundene indische Pilger auf der Kailash-Route. Doch nicht nur Gläubige zieht es in die Region. Auch Trekkingtouristen, Bergsteiger und Abenteurer reisen jedes Jahr in die Grenzregion zwischen Nepal und Tibet. Zu den bekanntesten Zielen gehören das Trekkinggebiet Langtang und die religiöse Stätte Gosain Kunda.

Wie groß das Ausmaß der Katastrophe auch für Reisende ist, zeigen die Zahlen der nepalesischen Tourismusbehörde: Derzeit werden 644 Touristen vermisst. Hinter jeder dieser Zahlen stehen Familien, die auf einen Anruf, eine Nachricht oder irgendein Lebenszeichen hoffen.

Acht Deutsche vermisst

Die Behörden rechnen mit weiter steigenden Opferzahlen. Laut dem Chef der nepalesischen Touristenpolizei, Bishow Raj Adhikari, seien derzeit Hunderte Touristen nicht erreichbar. Nach Angaben der Tourismusbehörde befänden sich darunter acht Deutsche. Die Mehrheit der Vermissten seien Inder, erklärte Adhikari.

Konkret sind es: Indien (178), Nepal (113), USA (65), Ukraine (55), Malaysia (51), Australien (35), Großbritannien (33), Kanada (25), Südkorea (9), Deutschland (8), Singapur (8), Russland (8), Südafrika (6), Lettland (6), Japan (5), Neuseeland (5), Frankreich (4), Belgien (3), Spanien (3), Italien (2), Kasachstan (2), Portugal (2), Irland (2), Niederlande (2), Schweiz (1), Belarus (1), Finnland (1), Ungarn (1), Israel (1), Litauen (1), Philippinen (1), Bulgarien (1), Serbien (1), Schweden (1)

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