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Fußball: DFB verhängt 224 Stadionverbote nach Hooligan-Schlägerei

Fußball: DFB verhängt 224 Stadionverbote nach Hooligan-Schlägerei
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Sicherheitskräften und dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) ist ein empfindlicher Schlag gegen die Hooligan-Szene gelungen! Nachdem im April eine verabredete Massenschlägerei vor dem Zweitliga-Spiel 1. FC Nürnberg gegen Dynamo Dresden in Eisfeld (Thüringen) von der Polizei aufgelöst wurde, hat der DFB nun 224 bundesweite Stadionverbote ausgesprochen. Besonders die Details sind interessant.

Denn keineswegs sind die betroffenen Personen nur dem Fanlager der beiden Zweitligisten zuzuordnen. Zunächst hatte bereits Dynamo Dresden auf BILD-Anfrage mitgeteilt, dass knapp 80 Stadionverbote gegen Anhänger aus dem eigenen Klub-Umfeld verhängt wurden. BILD fragte daraufhin beim DFB nach einer genauen Aufschlüsselung der Sanktionen auf Vereine! Aus der Antwort geht hervor, dass gewaltbereite Fans von gesamt sieben Klubs ausgesperrt wurden.

Konkret: 83 Stadionverbote für Beteiligte des 1. FC Nürnberg, 78 mit Bezug zu Dynamo Dresden, 28 des FC Schalke 04, 22 des FSV Zwickau, 6 vom Chemnitzer FC sowie jeweils eine Person aus dem Umfeld von Rapid Wien bzw. Slavia Prag. Bei fünf Stadionverboten konnte keine Verbindung zu einem Verein nachvollzogen werden.

Auffällig: Nürnberg und Schalke pflegen offiziell eine „Fanfreundschaft“ untereinander, genauso wie Dynamo und Zwickau auf anderer Seite. Der DFB erklärte außerdem: „Unter Berücksichtigung des Sachverhalts, der teilweise abgegebenen Stellungnahmen sowie einer individuellen Gefahrenprognose wurden differenzierte Laufzeiten von 10 bis 30 Monaten ausgesprochen.“ Heißt: Die Schwere der Einzelfälle schlug sich in bis zu zweieinhalb Jahren Ausschluss aus deutschen Arenen nieder.

14 Verdächtige nach Hertha-Randalen ermittelt

Für den Fall war der DFB zuständig, weil es sich um eine Drittort-Auseinandersetzung handelte. Zuvor hatten nach Übermittlung der Personendaten durch die Polizei bereits Nürnberg und Dynamo Hausverbote gegen die Betroffenen verhängt, damit der DFB seine Verfahren durchführen konnte.

Die Auflösung der Schlägerei hatte für eine hohe Aufmerksamkeit gesorgt, weil diese nur eine Woche nach den schweren Randalen beim Spiel von Dresden gegen Hertha BSC stattgefunden hatte. Wie die Sächsische Zeitung berichtet, sind auch dazu mittlerweile 14 Verdächtige von der Polizei identifiziert worden, die damals von beiden Fanblöcken aus den Innenraum des Harbig-Stadions betraten und sich eine Pyro-Schlacht lieferten.

Dynamo kündigte für diese Personen über alle Gremien hinweg Stadion- bzw. Hausverbote sowie gegebenenfalls den Entzug der Klub-Mitgliedschaften an. Dresdens Geschäftsführer Stephan Zimmermann (39) sagte damals: „Für uns gibt es hierbei keinerlei Diskussionspotenzial.“

Derweil liegt die Strafe gegen den Verein in letzter Instanz beim Ständigen Schiedsgericht des DFB. Für Irritationen sorgt, dass der DFB von 17 Verletzten beim Hertha-Spiel spricht, während die Dresdner Polizei darauf verweist, dass sich bei ihnen seit dem Ereignistag nicht eine verletzte Person gemeldet hat.

Laut Urteil des DFB-Bundesgerichts droht Dynamo ein Teilausschluss von Zuschauern bei einem Heimspiel sowie ein weiterer bis Sommer 2027 auf Bewährung und 91.200 Euro Geldstrafe. Dieses wird nun geprüft. Unabhängig des Prozesses zeigt die Aufarbeitung der Hooligan-Schlägerei aber vor allem, dass ein gutes Zusammenwirken von Sicherheitskräften, Vereinen und DFB die Szene am stärksten trifft.

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