Portland – „Sechs tote Frauen in nur drei Monaten – ist es das Werk eines Serienkillers?“, fragte BILD im Juni 2023. Damals versetzte eine Reihe brutaler Verbrechen den US-Bundesstaat Oregon in Angst. Mit Jesse Lee Calhoun steht in Kürze der mutmaßliche Täter vor Gericht. Dem 41-Jährigen werden fünffacher Mord zweiten Grades (entspricht nach deutschem Recht Totschlag) und vierfache Leichenschändung vorgeworfen.
Wie BILD berichtete, begann die unheimliche Serie am 19. Februar 2023, als Kristin Smith (†22) tot in einem Waldgebiet im Südosten von Portland gefunden wurde. Am 8. April tauchte die Leiche von JoAnna Speaks (†32) in einer Scheune auf. Die leblose Charity Perry (†24) wurde am 24. April entdeckt. Am selben Tag ein weiterer Leichenfund: Eine bis heute nicht identifizierte Frau lag keine fünf Kilometer vom ersten Opfer entfernt. Am 30. April fanden Passanten Bridget Webster (†31), Anfang Mai tauchten die sterblichen Überreste von Ashley Real (†22) auf.
Das droht dem Amerikaner bei Verurteilung
Wegen des Mordes an den fünf namentlich bekannten Frauen wurde Calhoun jetzt angeklagt. Laut seiner Anwältin plädiert er auf nicht schuldig. Der 41-Jährige ist mehrfach vorbestraft (u.a. Autodiebstahl und versuchter Mord an einem Polizeihund) und saß dafür auch länger im Gefängnis. In dieser Zeit half Jesse Lee Calhoun als freiwilliger Feuerwehrmann 2020 im Kampf gegen Waldbrände, weswegen seine Haftstrafe reduziert wurde. Sollte er wegen der aktuellen Vorwürfe verurteilt werden, droht dem Amerikaner lebenslang. Die Vollstreckung der Todesstrafe ist in Oregon ausgesetzt. Wann der Prozess beginnt, ist noch nicht bekannt.
Vergangene Woche hatte es eine Anhörung gegeben. Dabei waren auch Angehörige der Getöteten im Gerichtssaal. Masciell Real, die Schwester von Ashley Real, sagte zu US-Medien: „Ihn heute zu sehen und zu wissen, dass er jetzt hinter Gittern ist, nimmt mir eine große Last von den Schultern. Es ist beruhigend zu wissen, dass er nicht mehr da draußen ist und keiner anderen Frau mehr Schaden zufügen kann.“ Melissa Smith, die Mutter von Kristin Smith, sagte: „Wir alle haben das Schlimmste erlebt, was einem passieren kann, und es ist unglaublich schwer mitanzusehen, wie eine andere Familie genauso leidet wie wir.“