Washington – Sie machen Namen, Einfluss und Macht zu Geld! Die Familie von US-Präsident Donald Trump (79) soll seit dessen erneutem Amtsantritt Milliarden Dollar mit Krypto-Geschäften verdient haben. Die Gesamtsumme beläuft sich laut Recherchen und Datenanalysen der Nachrichtenagentur Reuters auf mindestens 2,3 Milliarden Dollar. Hunderttausende Anleger verloren währenddessen Geld in ähnlicher Höhe.
Wie funktioniert das Geschäftsmodell, das offenbar hinter den enormen Gewinnen steckt? Mitglieder der Trump-Familie mussten persönlich kein besonders großes finanzielles Risiko eingehen, ihre Bekanntheit reichte. Reuters nennt als wichtigstes Projekt die Plattform World Liberty Financial.
1,4 Milliarden Dollar mit nur einem Deal
Die Präsidenten-Söhne Eric (42) und Donald Trump Jr. (48) sollen die Krypto-Plattform intensiv beworben haben, weshalb der Verkauf sogenannter Governance-Token florierte und 1,4 Milliarden Dollar in die Familienkasse gespült haben soll. Diese Token sind digitale Wertmarken, mit denen Käufer bei bestimmten zukünftigen Entscheidungen mitreden dürfen. Problem für die Privat-Anleger: Bis Ende April stürzte der Kurs um 87 Prozent ab. Zudem verärgerten Verkaufsbeschränkungen bis zum Jahr 2030 viele Anleger.
Die Trumps hingegen sind laut Reuters-Recherchen nicht auf einen steigenden Kurs angewiesen gewesen, sie verdienten schon beim Verkauf oder an der Vermarktung mit. Gleiches gilt demnach für weitere Krypto-Projekte: Der hochspekulative Token „$TRUMP“ brachte der Familie rund 616 Millionen Dollar, während Käufer Verluste von mehr als 700 Millionen Dollar erlitten.
Familienmitglieder bewarben auch zwei an der US-Tech-Börse Nasdaq notierte KI- und Bitcoin-Unternehmen – die Kurse brachen später ein. Externe Anleger verloren bei American Bitcoin mehr als 200 Millionen Dollar, während Eric Trump einen Anteil von neun Prozent im Wert von mehr als 70 Millionen Dollar hält.
So arbeiteten die Analysten
Experten werteten für Reuters Tausende Seiten Unternehmensdaten, Transaktionen, Branchenberichte und Interviews aus, die Ergebnisse wurden von Fachleuten für Rechnungswesen und Kryptowährungen geprüft. Ethikexperten sehen in den Ergebnissen einen beispiellosen Interessenkonflikt. Das Weiße Haus wies Vorwürfe zurück, ging auf die Reuters-Recherchen aber nicht direkt ein.