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Ermittlungen gegen Justizbeamte: Polizei durchsucht JVA und Wohnungen

Ermittlungen gegen Justizbeamte: Polizei durchsucht JVA und Wohnungen
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Rheinbach (NRW) – Es ist ein ungeheuerlicher Verdacht: Justizbedienstete sollen von Häftlingen Schmiergeld genommen, Drogen verkauft haben. Am Dienstagmorgen um 7.30 Uhr stürmten Ermittler der Polizei Bonn das Gefängnis in Rheinbach und zehn Privathäuser.

Die Staatsanwaltschaft Bonn (Nordrhein-Westfalen) ermittelt gegen insgesamt zehn Verdächtige, darunter auch die acht Beamten der JVA Rheinbach. Sie sollen als Kuriere gegen Bezahlung im Gefängnis verbotene Gegenstände, insbesondere Handys und Drogen, in die JVA geschmuggelt und an Insassen übergeben haben. Um sie zu finden, waren auch Spürhunde im Einsatz.

Die Schmuggelware und das Schmiergeld sollen die Beamten von Familienmitgliedern oder Freunden der Gefangenen bekommen haben. In Rheinbach sitzen fast ausschließlich Männer im geschlossenen Vollzug, teilweise auch mit längeren Haftstrafen. Sie hat eine spezielle Abteilung für Sträflinge über 60.

Schon im Mai Korruptionsverdacht in JVA

Bereits im Mai hat es eine aufsehenerregende Razzia in der JVA Euskirchen gegeben. Dort sollen Justizbeamte „Warn-Abos“ an Häftlinge verkauft haben. Für dreistellige Summen im Monat seien die „Abonnenten“ Zellenkontrollen gewarnt worden und hätten Hafterleichterungen genossen.

Außerdem sollen die Verdächtigen in Euskirchen den Insassen gefälschte Arbeitsadressen besorgt haben, die sie in den offenen Vollzug brachten. Krassester Fall: Clan-Boss Michael Goman (49) wurde sogar mit seinem Rolls-Royce geblitzt, während er eigentlich in seiner Zelle hätte sitzen müssen.

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