Politik

Donald Trump nahm Friedrich Merz mit ins „Lewinsky-Zimmer“ im Weißen Haus

Donald Trump nahm Friedrich Merz mit ins „Lewinsky-Zimmer“ im Weißen Haus
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Washington – Das Verhältnis zwischen Friedrich Merz und Donald Trump ist nach dem Nato-Streit abgekühlt. Doch das war nicht immer so. Bei einem der ersten Besuche des Kanzlers im Weißen Haus wirkte die Stimmung noch gelöst, wie das „Wall Street Journal“ berichtet. Demnach führte der US-Präsident Merz bei einem kleinen Rundgang auch ins Arbeitszimmer direkt neben dem Oval Office. Einen Raum, den er als „Lewinsky room“ vorstellte – benannt nach Monica Lewinsky, die dort mit Ex-Präsident Bill Clinton intim wurde.

Die Affäre erschütterte in den 1990er-Jahren nicht nur die Ehe des damals amtierenden Präsidenten, sondern auch das Land. Viele Amerikaner haben bis heute die Lüge „I did not have sexual relations with that woman“ („Ich hatte keine sexuelle Beziehung zu dieser Frau“) im Kopf. Auch Trump ist sie offenbar im Gedächtnis geblieben. In seiner eigenen Präsidentschaft wird das Zimmer laut Bericht nun allerdings anderweitig genutzt.

Demnach hat Trump im „Lewinsky-Zimmer“ allerlei MAGA-Fanartikel angesammelt – darunter rote Kappen und Kartons mit Anzugschuhen der Marke Florsheim. Zu seinem deutschen Gast sagte er laut Bericht: „Nimm mit, was immer du willst!“ Danach soll Trump noch gewitzelt haben, Ehefrau Charlotte könne die Mitbringsel später für „tausende Dollar“ verkaufen.

Die Szene ist Teil einer umfangreichen Recherche über Trumps zweiten Amtsantritt und den neuen Umgang Europas mit dem US-Präsidenten. Demnach sei Merz nach dem Treffen überrascht gewesen. Ein Mitarbeiter sagte der Zeitung, Trump habe auf den Kanzler „normal“ gewirkt. Er habe zugehört, Fragen gestellt und sich offen für neue Informationen gezeigt. Gleichzeitig sei er aber bei einigen Themen erstaunlich schlecht informiert gewesen – unter anderem über die militärische Lage in der Ukraine.

Europas Politiker stellen sich auf Trump ein

Auch Nato-Generalsekretär Mark Rutte (59) soll seinen Stil inzwischen auf Trump zugeschnitten haben. Laut dem „Wall Street Journal“ schreibt er dem Präsidenten kurze, einfache Sätze voller Lob. Manche Regierungschefs hätten der Zeitung gesagt, Rutte wirke wie ein Schauspieler, der ständig in seiner Rolle bleibe. Auch Schweden und Norwegen beraten sich laut der Recherche inzwischen gegenseitig, bevor sie Trump Nachrichten schicken.

Kurios: Bei den Absprachen gehe es sogar um die Frage, welche Wörter in Großbuchstaben geschrieben werden sollten, um die Aufmerksamkeit des Präsidenten zu bekommen. Ähnlich soll auch EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen (67, CDU) vorgegangen sein. Als Trump neuen Russland-Sanktionen skeptisch gegenübergestanden habe, habe sie den wirtschaftlichen Druck stattdessen als zusätzliche Zölle bezeichnet.

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