Wirtschaft

Diese Zahlen zeigen, wer die neue E-Auto-Prämie vor allem nutzt

Diese Zahlen zeigen, wer die neue E-Auto-Prämie vor allem nutzt

Die neue staatliche E-Auto-Prämie und die hohen Benzinpreise treiben das Interesse an günstigen Elektroautos spürbar. Vor allem Autofahrer-Gruppen, die bislang wegen hoher Preise und mangelnder eigener Lademöglichkeiten zurückhaltend waren, ändern nun offenbar ihre Einstellung zum E-Auto. Das zeigt das „E-Auto-Barometer“ der Versicherung Huk-Coburg, das WELT vorliegt.

„Bei jüngeren Autofahrern unter 40 hat die neue Förderung fast dreimal so häufig positive Auswirkungen auf die Anschaffungspläne für E-Autos wie bei älteren Autofahrern“, analysieren die Experten. Auch Eltern minderjähriger Kinder würden sich mehr als doppelt so häufig positiv äußern.

Seit wenigen Tagen kann man die Prämie beantragen

Damit würde die Förderung des Bundes ein Ziel erreichen: Sie ist auf Haushalte mit einem Einkommen unter 90.000 Euro beschränkt und soll so Käufer erreichen, die aus Preisgründen bislang eher einen Verbrenner gekauft hätten. Seit wenigen Tagen können Autokäufer online den Antrag auf bis zu 6000 Euro Kaufzuschuss stellen.

Die Daten des Versicherers bilden ausschließlich die Käufe von Privatkunden und schließen auch Gebrauchtwagenkäufe mit ein. Daher unterscheiden sie sich von den Neuzulassungszahlen, die das Kraftfahrt-Bundesamt veröffentlicht. Wegen steuerlicher Vorgaben sind bei Dienstwagen häufig elektrische Premium-Fahrzeuge beliebt.

Bei den Privatkunden ist das anders. Die Umsteiger von Verbrennern auf E-Autos bleiben deutlich in der Minderheit: 7,5 Prozent derjenigen, die ihr Auto wechselten, stiegen im ersten Quartal 2026 um. Das war immerhin ein Höchstwert in der Huk-Studie.

Bei Unter-40-Jährigen verdoppelte sich dieser Wert gegenüber dem Vorjahr fast auf 7,8 Prozent. Ähnliche Steigerungen gibt es bei Mietern und Menschen ohne eigenen Parkplatz. Diese Gruppen waren bisher besonders zurückhaltend.

Die Studie zeigt insgesamt, dass der Umstieg trotz allem nur langsam vorangeht. 3,7 Prozent der versicherten Fahrzeuge waren bei der Huk zuletzt reine E-Autos. Vor einem Jahr waren es knapp drei Prozent, im Jahr 2020 noch 0,7 Prozent.

Insgesamt haben zwei Drittel der Autofahrer noch nie am Steuer eines Elektroautos gesessen. Diese Gruppe ist besonders skeptisch: Offenbar überzeugt das Fahrgefühl diejenigen, die die neue Technik ausprobieren.

„Tendenziell sind es preisgünstigere Autos, insbesondere auch von ausländischen Herstellern, die bei Umstiegen von Verbrenner-Autos auf rein elektrische Neuwagen nun besonders profitieren“, wissen die Huk-Experten. Einen besonders hohen Sprung macht Tesla mit dem in Brandenburg gefertigten Model Y.

Neben der Modellpflege hilft offenbar, dass sich Tesla-Chef Elon Musk politisch weniger exponiert. Zudem sind zunehmend Gebrauchtwagen des E-Auto-Pioniers auf dem Markt.

Deutliche Zuwächse verzeichnen auch die Stellantis-Marken Opel, Citroën und Peugeot sowie die Chinesen von Leapmotor und BYD. Die eher teuer positionierten deutschen Marken BMW und VW verlieren entsprechend an Marktanteilen. Mercedes kann seinen Anteil hingegen halten.

Dieser Artikel wurde für das Wirtschaftskompetenzzentrum von WELT und Business Insider erstellt.

Christoph Kapalschinski berichtet als Redakteur über die Autoindustrie.

Vielleicht verpasst