Liebe Fußball-Fans, am Tag vor dem DFB-Pokalsieg des FC Bayern gegen Stuttgart (3:0) kam es bei BILD 100 Sport in Berlin zu einer besonderen Szene. In einem Talk habe ich Max Eberl gebeten, folgenden Satz zu beenden: „Bei der WM erreicht die Deutsche Nationalmannschaft mindestens …“
Eberl suchte daraufhin den Blickkontakt mit DFB-Sportdirektor Rudi Völler, der in der ersten Reihe saß und dem Sportvorstand der Bayern vier Finger mit der rechten Hand zeigte – als Zeichen, dass es die Nationalelf unter die letzten vier Teams schafft.
„Also: Halbfinale!“, sagte Eberl.
Und ich habe gedacht: So offensiv hätte ich Völler – nach zwei Vorrunden-Blamagen bei der WM 2018 in Russland und 2022 in Katar, bei denen er nicht dabei war – gar nicht erwartet. RICHTIG SO!
Beim Blick auf den Turnierbaum wird es ab dem Achtelfinale richtig spannend: Da wartet nach der Gruppe mit Curacao, der Elfenbeinküste und Ecuador – die wir auf Platz 1 abschließen sollten – und dem Sechzehntelfinale gegen einen Gruppendritten höchstwahrscheinlich Frankreich.
Die größte Power im Weltfußball mit Dembélé, Mbappé und Olise im Sturm. Im Normalfall schlagen wir die in zehn Spielen vielleicht dreimal – aber dass die WM nicht normal wird, hat man schon beim 2:1 im Testsieg gegen die USA gesehen. Hammer-Hitze, stumpfe Böden, der Ball läuft ganz anders als auf den Rasenplätzen in Europa. Wer die Umstände am schnellsten akzeptiert und vor allem mit den Kräften haushaltet, kommt durch. Wie bei unserem WM-Titel 2014 in Brasilien.
Also, liebes DFB-Team: Schenkt uns einen Sommer, den wir nicht vergessen. Und hört auf Rudi Völler: Er weiß genau, wie das geht!