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Ceuta: Migranten überrennen spanische Hafenstadt

Ceuta: Migranten überrennen spanische Hafenstadt
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Ceuta (Spanien) – Ausnahmezustand in der spanischen Exklave Ceuta! Migranten aus Marokko haben die Grenze übers Meer durchbrochen und überrennen aktuell die Hafenstadt. Mehr als 1.500 Menschen wurden in den letzten Tagen aufgenommen. Die Behörden schlagen Alarm: Die Aufnahmeeinrichtungen sind überfüllt, Hunderte Menschen schlafen bereits im Freien. Jetzt rufen die Behörden vor Ort sogar das Militär um Hilfe, um die Situation unter Kontrolle zu bringen.

Auslöser des Ansturms ist eine Entscheidung von Spaniens Oberstem Gerichtshof. Demnach dürfen Migranten, die schwimmend spanisches Gebiet erreichen, nicht mehr ohne Einzelfallprüfung sofort nach Marokko zurückgeschickt werden. Seitdem kommen Migranten zu Tausenden über das Wasser. Ceutas Regierungschef Juan Jesús Vivas (73) spricht von einer dramatischen Situation. Die Folge sind überfüllte Unterkünfte, Hunderte Migranten schlafen auf Gehwegen und an öffentlichen Plätzen. Grünflächen und Straßen sind zunehmend vermüllt.

Trotz „Notlage“ – kaum Hilfe von Regierung

Nun wächst der politische Druck auf die Regierung in Madrid. Ceutas Regionalregierung fordert das spanische Militär an. Aus Madrid gibt es laut der Zeitung „El País“ bislang eine Absage: Die Migranten seien aus Sicht der Regierung um Sozialist Pedro Sánchez (54) kein „Risiko für den nationalen Zivilschutz.“

Der Weg nach Ceuta ist lebensgefährlich. Wer die spanische Exklave erreichen will, muss die Grenzanlagen umgehen und stundenlang durch das Meer schwimmen. Viele benutzen dabei lediglich Schwimmreifen. Immer wieder endet die Flucht tödlich, Küstenwache und Rotes Kreuz sind im Dauereinsatz. Im vergangenen Jahr wurden nach Angaben der Behörden 60 Leichen vor der Küste entdeckt. In den vergangenen Tagen kamen mindestens vier weitere Menschen ums Leben.

Die spanische Exklave an Afrikas Nordküste gilt seit Jahren als besonders sensibler Abschnitt der EU-Außengrenze. Die meisten Migranten stammen aus Marokko und Algerien. Nach Angaben der Regionalregierung hat sich die Zahl unbegleiteter, minderjähriger Migranten binnen zwei Wochen verdoppelt.

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