Wirtschaft

Das sind die 40 größten Bier-Produzenten der Welt – Deutschland in eindeutiger Position

Das sind die 40 größten Bier-Produzenten der Welt – Deutschland in eindeutiger Position

Der globale Bierkonsum ist 2025 deutlich gesunken. Rund fünf Milliarden Liter Produktionsmenge haben die größten Brauereien der Welt im vergangenen Jahr verloren, zeigt das aktuelle Ranking zur Weltbierproduktion von BarthHaas aus Nürnberg, dem weltweit größten Hopfenhändler. Auf nur noch knapp 1,59 Milliarden Hektoliter kommen demnach die 40 größten Brauereien der Welt, die allein gut 85 Prozent des internationalen Biermarktes beherrschen.

Um 3,1 Prozent hat sich das Volumen damit reduziert, was eine Fortsetzung des Abwärtstrends der beiden Vorjahre bedeutet. In Deutschland vollzieht sich diese aus Brauerei-Sicht negative Entwicklung sogar noch viel deutlicher. Um fast sechs Prozent auf den neuen Tiefstand von 78 Millionen Hektolitern ist der Bierabsatz hierzulande eingebrochen. Gründe sind laut dem Deutschen Brauer-Bund (DBB) veränderte Trinkgewohnheiten, nicht zuletzt durch ein höheres Gesundheitsbewusstsein, die Demografie, aber auch wirtschaftliche Faktoren.

„Die Brauereien bekommen ähnlich wie Handel und Gaststätten die massive Konsumzurückhaltung der Verbraucher zu spüren“, sagt DBB-Hauptgeschäftsführer Holger Eichele.

Im weltweiten Biermarkt spielen Deutschland und seine Brauereien aber ohnehin nur eine untergeordnete Rolle. Zwar listet der aktuelle Barth-Haas-Bericht zur Weltbierproduktion immerhin sechs deutsche Anbieter im Ranking der global 40 größten Braugruppen auf, so viele wie aus keinem anderen Land. Dieses Sextett steht aber ausschließlich im unteren Teil der Rangliste und kommt zusammengenommen auf einen Ausstoß von gut 42,6 Millionen Hektolitern. Zum Vergleich: Branchenführer AB InBev liegt bei fast 485 Millionen Hektolitern und ist damit allein elfmal größer. Aber auch die nächstplatzierten Anbieter wie Heineken aus den Niederlanden, China Resources Snow Breweries oder Carlsberg aus Dänemark sind doppelt bis mehr als fünfmal so groß.

Erst auf Platz 25 notiert mit Radeberger die erste Brauerei aus Deutschland – noch hinter Wettbewerbern aus Irland, Chile, Thailand oder den Philippinen. Rund zehn Millionen Hektoliter hat die Oetker-Tochter mit Marken wie Radeberger, Allgäuer Büble, Jever oder Berliner Kindl produziert. Nummer zwei hierzulande ist die Paulaner Gruppe, die gegen den Trend gewachsen ist, deutlich sogar. Gründe sind nach Unternehmensangaben der anhaltende Trend zur Biersorte Helles und ein starkes Exportwachstum.

Im Ranking steigt Paulaner mit Marken wie Paulaner, Hacker-Pschorr, Mönchshof oder Chiemseer dadurch um einen Platz auf 29. Die weiteren deutschen Anbieter im Ranking sind die TCB Beteiligungsgesellschaft auf Platz 30, zu der unter anderem Feldschlösschen, Gilde oder Frankfurter gehören. Darauf folgen Billigbrauer Oettinger auf Platz 32 und die Familienbrauereien Krombacher und Bitburger auf den Plätzen 33 und 35.

Die zahlenmäßig zweitstärksten Nationen im Welt-Bier-Ranking sind wie schon im Vorjahr China und Japan mit jeweils vier Nennungen. Und alle diese acht Brauereien stehen in der Liste vor den deutschen Vertretern. Drei von vier Chinesen schaffen es sogar in die Top 10, die Volksrepublik ist allerdings auch der weltweit größte Biermarkt. Doppelt vertreten in den Top 10 sind die USA. Ganz vorne indes rangieren mit AB InBev und Heineken Brauereien aus zwei vergleichsweise kleinen Ländern. Dafür haben beide ein großes globales Marken-Netzwerk aufgebaut. „Aufgrund des eher kleinen Heimatmarktes mussten diese Brauereien schon früh internationalisieren“, erklären Experten die Marktstellung.

Vertreten im Ranking ist auch wieder Russland – sogar mit drei Brauereien, zwei davon in den Top 15. Größter Anbieter ist dabei JSC AB InBev Efes, die ehemalige Tochtergesellschaft von AB InBev. Das Unternehmen steht aktuell unter staatlich treuhänderischer Verwaltung und wird damit nicht mehr von den bisherigen Joint-Venture-Partnern AB InBev und Efes kontrolliert. Hinzu kommen Baltika auf Platz 14 und Bochkarev Breweries (ehemals OHP) auf Rang 24. Hintergrund ist der Ukraine-Krieg, infolgedessen sich internationale Konzerne aus Russland verabschiedet und ihre Mehrheitsbeteiligungen an großen Brauereien abgegeben haben.

Dieser Artikel wurde für das Wirtschaftskompetenzzentrum von WELT und Business Insider erstellt.

Carsten Dierig ist Wirtschaftsredakteur in Düsseldorf. Er berichtet über Handel und Konsumgüter, Maschinenbau und die Stahlindustrie sowie Mittelstandsunternehmen.

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