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Darum warnen Tierschützer vor geplantem Tierversuchsgesetz

Darum warnen Tierschützer vor geplantem Tierversuchsgesetz
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Berlin – Auch Tiere in Versuchslaboren haben Rechte. Es gibt Gesetze, die sie vor noch schlimmeren Qualen schützen sollen. Doch dieser Schutz könnte bald abgeschwächt werden: Die Bundesregierung plant ein eigenes Gesetz für Versuchstiere – getrennt vom bisherigen Tierschutzgesetz. Gegen das „Tierversuchsgesetz“ laufen Tierschützer nun Sturm.

Im Koalitionsvertrag heißt es zu dem angestrebten Gesetz: „Wir geben der Forschung mehr Freiheit und entfesseln sie von kleinteiliger Förderbürokratie, und wir schaffen ein eigenständiges Gesetz für wissenschaftliche Tierversuche.“ Ziel seien schnellere Forschungen und mehr Wettbewerbsfähigkeit.

Ein Bündnis von zehn Tierschutzorganisationen hatte bereits Anfang Februar 2026 eine Petition gegen das geplante Gesetz eingereicht. „Millionen Tiere, die jedes Jahr in Versuchen und zu wissenschaftlichen Zwecken benutzt und getötet werden, könnten noch mehr gequält und ohne den im Tierschutzgesetz geforderten ‚vernünftigen Grund‘ endgültig legal getötet werden“, heißt es in einem Statement. Im Tierschutzgesetz ist der „vernünftige Grund“ ein zentraler Maßstab: Schmerzen, Leiden oder Tötungen dürfen nicht beliebig erfolgen.

Veterinärmedizinerin Dr. Kirsten Tönnies (58, Verein „mensch, fair, tier“): „Versuchstiere könnten aus dem Schutz des Tierschutzgesetzes herausgelöst und damit rechtlichen Schutznormen entzogen werden.“ Tiere würden jetzt schon leidvoll in Käfigen gehalten und Experimenten unterzogen, etwa Affen: „Die Tiere werden teils über Stunden wach in sogenannten Affenstühlen fixiert, mit am Schädel befestigten Stangen. Sechs Stunden sind erlaubt am Tag.“

Das sind die Hauptsorgen von Tierschützern

Zudem warnt die Tierärztin davor, dass Eingriffe künftig leichter ohne ausreichende Betäubung erlaubt sein könnten. Auch Amputationen oder Tötungen könnten einfacher rechtlich abgesichert werden. Viele Tiere würden getötet, obwohl sie laut Tönnies „ein schönes, gutes Leben haben könnten“.

Biomedizin-Verband hält dagegen: „Es geht nicht um eine Verminderung von Tierschutzstandards“

Für das neue Gesetz spricht sich Prof. Dr. Thomas Korff vom Verband Biologie, Biowissenschaften & Biomedizin in Deutschland aus: Ein eigenes Gesetz solle Verfahren vereinheitlichen, beschleunigen und Forschenden Rechtssicherheit geben. Es gehe „nicht um eine Verminderung von Tierschutzstandards. Es ist zudem weder im Interesse der Forschenden noch der Verwaltungsbehörden, dass sich der bisher erreichte hohe Schutzstatus von Versuchstieren ändert.“

Und was sagt die Bundesregierung? Ein Sprecher des zuständigen Landwirtschaftsministeriums bestätigt gegenüber BILD, dass weiter daran festgehalten wird, man sich jedoch momentan zu einer konkreten Umsetzung nicht äußert.

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