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BILD-Reporter war 1999 dabei: So fühlt man, wenn im Flieger das Fenster platzt

BILD-Reporter war 1999 dabei: So fühlt man, wenn im Flieger das Fenster platzt
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Thessaloniki/Memmingen – Horror in tausenden Metern Höhe! Auf dem Ryanair-Flug FR 1879 aus dem griechischen Thessaloniki ins bayerische Memmingen platzte plötzlich ein Fenster, ein Mann (61) wurde bis zu den Schultern aus dem Fenster gesogen. Was für viele Reisende unvorstellbar scheint, ist für mich, BILD-Reporter Andreas Thelen (61), wie ein Déjà-vu.

Die Bilder aus dem Flugzeug am Freitag weckten Erinnerungen aus dem Jahre 1999. Ich spürte sofort wieder diese kalte Luft, dachte an den Knall, die Panik in den Augen der Flugbegleiterin. Auch damals sprang eine Scheibe in der Luft – und wie durch ein Wunder landete die Maschine sicher. Doch den Moment, in dem ich mich bekreuzigte und sich die anderen Passagiere machtlos im Sitz festkrallten, werde ich wohl nie vergessen.

„Ich stellte gerade meine Lehne zurück“

Es war der 7. März 1999. Flug LH 6941 des Lufthansa-Partners South African Airways war gerade aus Kapstadt (Südafrika) nach Frankfurt abgehoben, kurz vor 18 Uhr schien noch die Sonne. An Bord 301 Passagiere, viele Deutsche. Ich saß hinten in Reihe 29, Platz A am Fenster. Nach dem sauberen Start stellte ich gerade meine Lehne zurück. Dann passierte es: In 7000 Metern fetzte ein Fenster des Jumbojets heraus, Teile der Verkleidung rissen ab.

Mann am Fenster hechtete damals in den Gang

Plötzlich ein Riesenknall, dann Schreie. Ich dachte zuerst an eine Bombe. Eisiger Wind zog durchs Flugzeug, die Luft wurde ganz feucht, auf einen Schlag wurde es kalt. Der Jet sackte ein Stück ab. Nur drei Reihen vor mir, auf Platz 26 A, fehlte das Fenster. Der Mann, der da gesessen hatte, rettete sich damals mit einem Hechtsprung in den Gang.

Eine Flugbegleiterin rief „Käpt'n, Käpt'n“ und rannte zum Cockpit. Vor mir zog Gerhard Schmidt aus Großostheim (Bayern) seine Frau eng an sich. Ich dachte: Das war’s jetzt. Ich rechnete in den nächsten Sekunden mit dem Absturz, nahm ein Kissen, um mein Gesicht zu schützen. Die Sauerstoffmasken fielen merkwürdigerweise nicht runter. Beim Ryanair-Flug am Freitag fielen sie bei dem Unglück in die Kabine, wie auf den Fotos des Unglücks zu sehen war.

Damals gab es Unruhe unter den Passagieren, aber keine Panik. Viele waren stumm, viele blass. In Johannesburg konnten wir notlanden. Als wir aufsetzten, rasten Feuerwehrwagen hinter uns her – alles ging glatt. Ich war unendlich erleichtert. Seitdem denke ich: Wir hatten alle einen Schutzengel.

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