Der US-Astronaut Anil Menon und die russischen Raumfahrenden Pjotr Dubrow und Anna Kikina haben trotz der Spannungen zwischen den Ländern aufgrund des Ukrainekriegs gemeinsam die Internationalen Raumstation ISS zur 75. Mission erreicht. Die Mutter des US-amerikanischen Astronauten hat zudem ukrainische Wurzeln.
Die Besatzung startete in einer russischen Sojus-Kapsel vom Kosmodrom Baikonur in Kasachstan zu einem achtmonatigen Einsatz auf der Raumstation, wie Aufnahmen der russischen Raumfahrtbehörde Roskosmos zeigen. Sie dockten drei Stunden nach dem Start an der ISS an, wie die Behörde bei Telegram bestätigte. Für den US-Amerikaner ist es der erste Flug ins All, für Dubrow und Kikina der zweite.
Erstmals seit acht Jahren auch Nasa-Chef in Kasachstan
Auf der ISS sind bereits sieben Raumfahrer von der vorangegangenen 74. Mission aus dem Februar. Dazu gehören die US-Astronauten Jessica Meir, Jack Hathaway, Chris Williams, die Französin Sophie Adenot und die drei Russen Sergej Kud-Swertschkow, Sergej Mikajew und Andrej Fedjajew. Die Zahl der Raumfahrer steigt mit der Ankunft des Trios auf zehn.
Erstmal seit acht Jahren war auch der Chef der Nasa, Jared Isaacman, beim Start in Kasachstan dabei. Vor dem Start hatte er sich mit dem Leiter von Roskosmos, Dmitri Bakanow, getroffen. Bei einem Treffen der Besatzung sagte Isaacman, die in den vergangenen Monaten geleistete Teamarbeit spiegele die Professionalität und das Engagement aller Beteiligten wider. Er dankte zudem Roskosmos.
Während Russland und die USA auf der ISS und beim Transport von Astronauten zusammenarbeiten, ist eine Beteiligung Russlands am Artemis-Programm der Nasa zur Mondforschung nicht zustande gekommen. Bei einer geplanten Mondmission arbeitet Russland mit China zusammen. Angesichts von Sanktionen bei seinen Energieexporten und dem Import von Schlüsseltechnologien ist Russland zunehmend auf China angewiesen.