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Berti Vogts: Pfarrer gab ihm die Schuld am Tod seines Vaters

Berti Vogts: Pfarrer gab ihm die Schuld am Tod seines Vaters
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Was für eine grausame Last für ein Kind! Berti Vogts (79) gehört zu den großen Figuren des deutschen Fußballs. Als Spieler wurde er Weltmeister, Europameister, Gladbach-Ikone. Als Bundestrainer führte er Deutschland 1996 zum EM-Titel. Doch hinter dieser Karriere steckt eine Kindheit voller Schmerz.

In der neuen ARD-Doku „Elf Helden – Ein Albtraum“ über das WM-Debakel von 1994 spricht Vogts auch über die wohl dunkelste Zeit seines Lebens. Er sagt: „Meine Eltern sind relativ früh gestorben, da war ich zwölf Jahre alt. Innerhalb von einem halben Jahr habe ich beide Elternteile verloren.“

Für ein Kind schon kaum zu ertragen. Doch dann kam bei der Beisetzung seines Vaters noch ein unglaublicher Satz des Pfarrers. Vogts erzählt: „Er sagte bei der Beerdigung von meinem Vater, dass ich schuld hätte, dass mein Vater gestorben ist.“

Vogts’ Vater war an Herzproblemen gestorben. Der Pfarrer soll dem damals zwölfjährigen Jungen vorgeworfen haben, ein „böser Junge“ gewesen zu sein. Vogts erinnert sich an die Begründung des Pfarrers: „Mein Vater hätte sich so da reingesteigert – und deshalb ist er gestorben. Und ich hätte schuld.“ Ein Vorwurf, der ihn bis heute nicht loslässt. Vogts sagt: „Das habe ich dem Pfarrer bis heute nicht verziehen.“

Auch seine Mutter war kurz zuvor gestorben. Sie erlag einer Leukämie-Erkrankung. TV-Kommentatorin Gaby Papenburg ordnet in der Doku ein, was dieser Satz für ein Kind bedeutet haben muss: Dem kleinen Hans-Hubert seien damit praktisch die Krankheit der Mutter und die Herzschwäche des Vaters angelastet worden. „Was ist das denn für eine Bürde?“, fragt sie. Lothar Matthäus sagt in der Doku über Vogts: „Der Berti konnte nie aus sich herausgehen. Vielleicht hängt das mit seiner Kindheit zusammen.“

Vogts fand trotzdem seinen Weg – auf seine Art. Auf dem Platz wurde er zum „Terrier“, kämpfte sich durch, wurde mit Borussia Mönchengladbach mehrfach Deutscher Meister und UEFA-Cup-Sieger. Mit Deutschland gewann er 1972 die EM und 1974 die WM.

Auch als Trainer blieb er hartnäckig. Nach dem bitteren WM-Aus 1994 gegen Bulgarien wurde Vogts heftig kritisiert. Er blieb im Amt – und wurde zwei Jahre später Europameister. Bis heute ist Vogts mit 2,18 Punkten im Schnitt der punktbeste DFB-Bundestrainer der Geschichte.

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