Berlin – Schluss mit Sternchen, Doppelpunkt und Unterstrich. Das Auswärtige Amt zieht bei der Gendersprache die Reißleine. Künftig gilt im amtlichen Schriftverkehr wieder: keine Sonderzeichen innerhalb von Wörtern.
Nach Informationen von „Politico“ (gehört wie BILD zu Axel Springer) wurde die neue Sprachregelung im Intranet der Behörde von CDU-Außenminister Johann Wadephul (63) festgehalten. Demnach sei die Regelung „weit auszulegen“ und auch auf interne Kommunikation wie Erlässe und Vermerke anzuwenden.
Zur Begründung heißt es aus dem Auswärtigen Amt zu BILD: „Sonderzeichen innerhalb von Wörtern sind und waren nicht Bestandteil des amtlichen Regelwerks der deutschen Rechtschreibung und daher im amtlichen Schriftverkehr der Bundesbehörden nicht vorgesehen.“
Ganz auf „geschlechtersensible“ Sprache verzichten will das Ministerium aber nicht. Im Gegenteil: Das Auswärtige Amt betont, die Gleichstellung von Frauen und Männern sei gesetzlicher Auftrag aller Bundesbehörden. Deshalb will die Behörde auch weiterhin darauf achten, dass sich Menschen unabhängig von ihrem Geschlecht angesprochen fühlen.
Wie soll das funktionieren? Statt Genderstern oder Doppelpunkt empfiehlt die Behörde beispielsweise Paarformen („Bürgerinnen und Bürger“) oder „neutrale oder abstrakte“ Begriffe. Bei Stellenausschreibungen bleibt zudem der Zusatz „m/w/d“ (männlich/weiblich/divers) vorgesehen.
Ausgerechnet im Ex-Baerbock-Ministerium
Laut „Politico“ wird die Formulierung „Kolleg/innen“ zukünftig aber gestrichen, weiterhin erlaubt bleibt aber „Mitarbeiter/innen“. Die Behörde begründet das damit, dass jeder Teil einer Ansprache für sich lesbar sein müsse. „Kolleg“ ist das nicht.
Wadephul-Vorgängerin Annalena Baerbock (Grüne, 45) hatte im Bundestags-Wahlkampf 2021 für geschlechtersensible Gesetzestexte geworben. 2023 wollte die selbsternannte „Botschafter*in für feministische Außenpolitik“ noch die Genderkompetenz der Behördenmitarbeitern stärken. Ihre Amtszeit endete 2025 vorzeitig – die Ampelkoalition, bestehend aus SPD, Grüne und FDP, zerbrach im Streit.