Moskau (Russland) – Wieder detoniert in Balaschicha (rund 540.000 Einwohner) eine Autobombe – und erneut könnte ein ranghoher Offizier getötet worden sein! Am Dienstagmorgen gegen 5.30 Uhr Ortszeit (4.30 Uhr MESZ) wird die Stadt am östlichen Stadtrand von Moskau von einer schweren Explosion erschüttert. In einem fahrenden BMW geht der Sprengsatz hoch, der Fahrer kommt noch am Tatort ums Leben.
Getöteter war Oberst im Verteidigungsministerium
Nach unbestätigten Berichten ukrainischer und russischer Blogger handelt es sich bei dem Toten um Damir Davidov (57). Mehrere russische Telegram-Kanäle berichten übereinstimmend, er sei Oberst und Leiter der Hauptverwaltung für Raketen- und Artilleriebewaffnung im russischen Verteidigungsministerium gewesen. Eine offizielle Bestätigung dafür gibt es bislang nicht.
Davidov wurde am 4. Februar 1969 geboren. Seine Kindheit verbrachte er in der geschlossenen Stadt Penza-19, die eng mit der Rüstungsindustrie verbunden ist. Zuletzt lebte er in Balaschicha bei Moskau. Seine Adresse dort stand nach dpa-Informationen bereits seit 2023 auf einer öffentlich einsehbaren ukrainischen Liste.
Die Bombe enthielt ein halbes Kilo Sprengstoff
Die russische Ermittlungsbehörde teilte bisher lediglich mit, es sei ein Verfahren eingeleitet worden. Die Tageszeitung „Kommersant“ berichtet, die Bombe habe bis zu ein halbes Kilo Sprengstoff enthalten und sei unter dem Wagenboden angebracht gewesen. Der BMW brannte vollständig aus.
Bereits im April 2025 wurde in Balaschicha ein General des russischen Generalstabs durch eine Autobombe getötet. Jaroslaw Moskalik kam auf einem Parkplatz ums Leben. Im November 2025 verurteilte ein Gericht Ignat Kuzin zu lebenslanger Haft. Er soll den Sprengsatz im Auftrag ukrainischer Geheimdienste angebracht haben, teilte der russische Inlandsgeheimdienst FSB mit.
Seit mehr als vier Jahren wehrt sich die Ukraine gegen die von Kremlchef Wladimir Putin (73) angeordnete Invasion. In diesem Zusammenhang kommt es immer wieder zu Anschlägen auf russische Militärs. Ukrainische Geheimdienste setzen dabei häufig auf Autosprengsätze.