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Alkohol an Bahnhöfen: 5000 Menschen verstoßen in erster Woche gegen neues Verbot

Alkohol an Bahnhöfen: 5000 Menschen verstoßen in erster Woche gegen neues Verbot
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Berlin – Es ist die drastischste Reform für mehr Sicherheit an deutschen Bahnhöfen. Die Bahn hat ALLE Bahnhöfe „trockengelegt“. Seit dem 15. Oktober ist der Konsum von Alkohol an allen rund 5700 Bahnhöfen der Deutschen Bahn (DB) streng verboten. Nach genau einer Woche zieht der Staatskonzern nun eine erste Bilanz zur Groß-Sanktion. Das Ergebnis: An den Bahnhöfen gilt spürbar 0,0 Promille und die Reisenden reagieren überraschend diszipliniert.

Um das Verbot flächendeckend durchzusetzen, hatte die Bahn massiv aufgerüstet. Das Sicherheitspersonal wurde im Vergleich zum Vorjahr von 4500 auf 5000 Mitarbeiter aufgestockt. Die Streifen der „DB Sicherheit“ greifen jetzt bei ihren normalen Rundgängen durch.

Fast alle Angesprochenen waren einsichtig

BILD liegen die Zahlen der ersten sieben Tage des Einsatzes vor: Rund 5000 Menschen wurden von den Sicherheitskräften erwischt, weil sie mit Bierflasche, Weinglas oder Flachmann auf den Bahnsteigen oder in den Hallen unterwegs waren. Die Sicherheitskräfte gehen schrittweise vor: Zuerst wird belehrt. In den allermeisten Fällen zeigten sich die Ertappten laut Bahn einsichtig und packten den Alkohol weg. Nur in wenigen Einzelfällen mussten die Beamten härter durchgreifen und offizielle Hausverweise erteilen.

Bahn-Chefin Evelyn Palla zu BILD: „Tausende Sicherheitskräfte waren in den letzten Tagen im Einsatz. Die klare Ansage wirkt! Fast alle Angesprochenen waren einsichtig. Vereinzelt gab es Hausverweise. Wir wollen sichere und saubere Bahnhöfe. Und viele Reisende sagen ganz deutlich: Genau das war längst überfällig.“

Unterstützt wird der harte Kurs von der Mehrheit der Bevölkerung. Laut einer internen, repräsentativen Umfrage der Deutschen Bahn befürworten rund 80 Prozent der Kunden das Alkoholverbot an den Stationen.

Alkohol führt zu aggressivem Verhalten

Hinter der Maßnahme steckt ein ernster Grund. Bahnhöfe gelten zunehmend als Kriminalitätsschwerpunkte. Nach aktuellen Daten der Bundespolizei gab es im vergangenen Jahr (2025) erschreckende 28.000 Gewaltdelikte an deutschen Bahnhöfen und in Zügen. Bei einem Großteil dieser Taten spielte Alkohol eine zentrale Rolle. Laut der bundesweiten Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) ist bei rund jedem fünften aufgeklärten Gewaltdelikt in Deutschland Alkohol im Spiel.

Dass ein Verbot die Kriminalität tatsächlich eindämmen kann, beweist das Vorbild Hamburg. Am dortigen Hauptbahnhof – jahrelang einer der gefährlichsten Bahnhöfe Deutschlands – gilt das Alkoholverbot bereits seit über einem Jahr. Die offizielle Auswertung der Bundespolizei zeigt: Seit der Einführung des Verbots sind die Gewalttaten in Hamburg messbar zurückgegangen.

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