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Ab 1. Juli 2026 möglich: So geht die Steuererklärung mit einem Klick

Ab 1. Juli 2026 möglich: So geht die Steuererklärung mit einem Klick
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Berlin – Schneller, einfacher, aber auch besser? Ab morgen können Millionen Deutsche ihre Steuererklärung komplett vom Amt erledigen lassen. Die neue Funktion geht auf ein Pilotprojekt aus Hessen von 2025 zurück. Schon bevor es losgeht, überschlagen sich Finanzpolitiker mit Eigenlob für die bundesweite Umsetzung. Zu Recht? BILD beantwortet die wichtigsten Fragen zur „Steuer per Klick“.

Was ist die „Steuer per Klick“?

Eine neue Funktion im staatlichen Elster-Programm. Das Finanzamt trägt alle relevanten Daten (z. B. Gehaltsabrechnung, Kapitalerträge) zusammen und erstellt die Steuererklärung automatisch. Der Steuerpflichtige muss nur noch auf „Abschicken“ klicken.

Kann ich sie schon für 2025 nutzen?

Die „Steuer per Klick“ wird stufenweise ausgerollt. Zunächst sollen ledige und kinderlose Arbeitnehmer sowie Bezieher von Alterseinkünften (etwa Rentner) profitieren – insgesamt rund 11,5 Millionen Menschen. Aber: Nicht jeder kommt sofort dran. Denn die entsprechende Funktion muss man zunächst in der „MeinELSTER+“-App aktivieren, was seit März möglich ist.

Was muss ich beachten?

Prüfen Sie unbedingt, welche Ausgaben Sie von der Steuer absetzen können. Steuerexperte Prof. Dr. Joachim Englisch (53) zu BILD: „Etwa Kosten für Arbeitsmittel, Fahrtkosten, Handwerkerleistungen, Spenden etc.“ Diese kann und wird das Finanzamt nicht automatisch eintragen. Englisch kritisiert: „Wirklich nützlich für einen breiten Anwenderkreis kann die Steuererklärung per Mausklick erst werden, wenn die relevanten steuerlichen Regelungen vereinfacht werden. Der Gesetzgeber sollte mehr Typisierung und großzügigere Pauschalen wagen; dann kann viel häufiger wirklich einfach nur ‚geklickt‘ werden, ohne großen Prüfungs- und Änderungsbedarf.“

Warum gibt es Kritik?

Bequemlichkeit könnte teuer werden – das fürchten die Lohnsteuerhilfevereine. Demnach könnten viele Bürger künftig darauf verzichten, Sparmöglichkeiten zu nutzen, um die Steuererklärung schneller von der Backe zu haben. Kritisiert wird auch, dass es nur eine mobile und keine Desktop-Version der Funktion gibt.

Was sagt die Politik?

Parteiübergreifend gibt es viel (Eigen-)Lob. Bayerns Finanzminister Albert Füracker (58, CSU) nannte die Steuererklärung per Mausklick „schnell, unkompliziert und sicher“. Weitere Nutzergruppen würden bald folgen. Sein baden-württembergischer Amtskollege Danyal Bayaz (42, Grüne) sieht eine Ersparnis an „Zeit, Nerven und unnötiger Bürokratie“.

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