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180 Jahre nach tödlicher Arktis-Expedition: Forscher identifizieren Opfer aus dem Eis

180 Jahre nach tödlicher Arktis-Expedition: Forscher identifizieren Opfer aus dem Eis
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Waterloo (Kanada) – Sie sollte ein Meilenstein der Seefahrt sein, einen kürzeren Schiffsweg von Europa nach Asien finden. Doch die Arktis-Expedition von Sir John Franklin (1786–1847) wurde zum tödlichen Disaster: Alle 129 Teilnehmer starben. Jetzt haben kanadische Forscher vier weitere Opfer aus dem Eis eindeutig identifiziert.

Wie die University of Waterloo in Kanada mitteilte, analysierten Anthropologen DNA-Proben aus gefundenen Skelett-Resten. Diese wurden mit der DNA lebender Nachkommen der Expeditionsteilnehmer verglichen. Es gab vier Übereinstimmungen. Einer der jetzt eindeutig benannten Toten war der Wissenschaft jahrelang ein Rätsel.

Rätsel um Leiche aus dem Eis gelöst

Es handelt sich um Harry Peglar, der auf der HMS Terror den Rang „Captain of the Foretop“ innehatte. Der Leichnam war schon 1859 gefunden worden, sorgte aber für Verwirrung: Zwar trug der Tote Peglars persönliche Papiere bei sich, hatte aber Kleidung an, die nicht dem Dienstgrad des Unteroffiziers entsprach. Jetzt ist klar: Es war Peglar, der offenbar degradiert worden war und deshalb andere Sachen anhatte.

Anthropologie-Professor Dr. Robert Park: „Es war interessant, diesen Seemann eindeutig zu identifizieren, da seine Leiche zusammen mit fast den einzigen jemals gefundenen schriftlichen Dokumenten der Expedition entdeckt wurde.“ Der Tote lag 130 Kilometer von den anderen drei Männern entfernt, bei denen es sich um Besatzungsmitglieder der HMS Erebus handelte: Matrose William Orren, Schiffsjunge David Young und Offiziersteward John Bridgens.

Schiffe lagen drei Jahre im Eis fest

Die Franklin-Expedition startete mit den Schiffen Erebus und Terror im Mai 1845 von England in die Arktis. Sie wollten die Nordwestpassage, die Verbindung zwischen Atlantik und Pazifik, komplett durchsegeln und kartieren. 1846 konnten die Schiffe nach der Überwinterung nicht weitersegeln, sie steckten im Packeis der kanadischen Arktis fest. Bis April 1848 versuchten die Männer, im Eis zu überleben – Polarforscher Franklin starb in dieser Zeit. Dann machten sich 105 Überlebende auf den Weg, um sich aus dem Eis zu retten. Alle starben. Ihre Überreste wurden seit Mitte des 19. Jahrhunderts geborgen.

Spuren von Kannibalismus

Das Forschungsteam identifizierte bereits vor zwei und fünf Jahren zwei Expeditionsmitglieder: Ingenieur John Gregory und James Fitzjames, Kapitän der Erebus. Dessen Leiche wies, so die Wissenschaftler, Spuren von Kannibalismus auf. Möglicherweise aßen die hungernden Überlebenden vom Fleisch des Toten. Bei den Überresten der vier jetzt benannten Seeleute wurde nichts Derartiges gefunden.

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