Frankfurt/Main – Besorgniserregende Zahlen vom Frankfurter Flughafen. Wie am Mittwoch bekannt wurde, haben sich insgesamt sechs Mitarbeiter mit Malaria infiziert, zwei Menschen sind gestorben. Die Erreger wurden von Mücken übertragen, die mit Flugzeugen aus tropischen Gebieten nach Deutschland kamen. Bei allen sechs Fällen handelte es sich um Malaria tropica, die gefährlichste Form der Krankheit.
BILD beantwortet die wichtigsten Fragen.
Besteht eine Gefahr für die Bevölkerung?
Nein, das Risiko wird vom Gesundheitsamt als „sehr, sehr gering“ eingestuft. Die Krankheit wird ausschließlich über Mückenstiche übertragen. „Eine Übertragung von Mensch zu Mensch spielt bei der Flughafen-Malaria keine Rolle“, so das Gesundheitsamt Frankfurt auf BILD-Anfrage. Ausnahmen sind seltene Fälle wie Bluttransfusionen oder die Übertragung von einer Mutter auf ihr ungeborenes Kind. Die Flughafen-Malaria ist eine extrem seltene Form der Malaria. Infizierte Anopheles-Mücken reisen in Flugzeugen mit und stechen dann Menschen am oder in der Nähe des Flughafens.
Stammen alle Fälle von derselben Mücke?
Das ist noch unklar. Spezialuntersuchungen im Labor sollen klären, ob alle Infektionen auf eine einzige Erregerquelle zurückgehen. Eine endgültige Antwort darauf wird es aber erst in mehreren Wochen geben.
Wie werden solche Fälle überhaupt entdeckt?
In Deutschland besteht eine Meldepflicht für Malaria. Jedes Labor, das einen Malaria-Erreger nachweist, muss dies dem zuständigen Gesundheitsamt am Wohnort des Patienten melden.
Wie wurden die Mücken eingeschleppt?
Nach derzeitigem Erkenntnisstand lässt sich nicht sagen, ob die Mücken mit Gepäck, Fracht oder im Passagierraum im Flugzeug mitreisten.
Können sich diese Mücken in Deutschland vermehren?
In der Regel nicht. Die eingeschleppten Anopheles-Mücken sind nicht an das deutsche Klima angepasst. Außerdem werden am Flughafen mögliche Brutstätten gezielt vermieden. Das Phänomen Flughafen-Malaria wird seit vielen Jahrzehnten beschrieben. Es besteht die Möglichkeit, dass höhere Temperaturen das Überleben von Mücken verlängern.
Gab es schon einmal Fälle?
Ja. Der letzte Fall von Flughafen-Malaria wurde am Flughafen Frankfurt im Jahr 2023 gemeldet. „Zuvor gab es bereits ein Cluster von drei Fällen im Jahr 2022“, teilt das Gesundheitsamt Frankfurt mit.
Was wird jetzt konkret unternommen?
Das Gesundheitsamt hat Mückenfallen am Flughafen aufgestellt, um die Mückenpopulation zu überwachen. Zudem wurden Ärzte und Gesundheitsämter im gesamten Rhein-Main-Gebiet informiert und für das Thema sensibilisiert.