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Zeitzeuge flog mit 95 noch einmal: Letzter deutscher Ritterkreuzträger tot

Zeitzeuge flog mit 95 noch einmal: Letzter deutscher Ritterkreuzträger tot
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Leichlingen – Er bemühte sich bis an sein Lebensende um Versöhnung mit den Gegnern von einst und stieg dafür mit 95 Jahren sogar noch einmal in ein Flugzeug der ehemaligen Feinde. Mit Hugo Broch (†104) ist einer der letzten Zeitzeugen des Luftkriegs im Zweiten Weltkrieg gestorben. Der ehemalige Jagdflieger und letzte noch lebende Ritterkreuzträger verstarb am 31. Mai friedlich in seiner rheinländischen Heimat.

Geboren in der Weimarer Republik

Broch wurde am 6. Januar 1922 in Leichlingen (NRW) geboren. Damals existierte die Weimarer Republik, Adolf Hitler kam erst elf Jahre später an die Macht. Es war das Jahr, in dem der britische Archäologe Howard Carter das Grab von Tutanchamun im Tal der Könige fand und die frühere Sowjetunion (UdSSR) gegründet wurde.

Broch wurde einer der bekanntesten Jagdflieger

Als junger Mann trat er 1940 in die Luftwaffe ein und wurde zum Jagdflieger ausgebildet. Während des Krieges absolvierte der Rheinländer an der Ostfront insgesamt 324 Feindflüge. Dabei wurden ihm 81 Luftsiege anerkannt. Im Hitler-Deutschland von einst gehörte er damit zu den sogenannten „Flieger-Assen“. Nach Kriegsende geriet er in britische Kriegsgefangenschaft und kehrte später ins zivile Leben zurück. Jahrzehntelang arbeitete er bei der Agfa AG in Leverkusen als technischer Angestellter.

Seinen Platz in den militärhistorischen Geschichtsbüchern verdankt Broch vor allem seiner letzten Auszeichnung: Am 12. März 1945 erhielt er nach 79 bestätigten Luftsiegen das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes. Das Ritterkreuz galt als eine der höchsten militärischen Auszeichnungen des Deutschen Reiches. Insgesamt wurde es im Zweiten Weltkrieg rund 7000 Mal verliehen.

2017 stieg er noch einmal in ein Flugzeug

Noch Jahrzehnte nach Kriegsende blieb Broch in der Öffentlichkeit präsent. Internationale Aufmerksamkeit erhielt er vor allem im Sommer 2017. Damals war der ehemalige Luftwaffenpilot bereits 95 Jahre alt. Dennoch stieg er noch einmal in ein Jagdflugzeug. In eine britische Supermarine Spitfire.

Die Spitfire war während des Zweiten Weltkriegs eines der bekanntesten Flugzeuge der Royal Air Force und gehörte zu den härtesten Gegnern deutscher Jagdflieger. Dass ein ehemaliger Pilot der Luftwaffe sieben Jahrzehnte nach Kriegsende in einer Maschine der einstigen Gegenseite Platz nahm, sorgte weltweit für Schlagzeilen.

Broch flog als Co-Pilot mit und durfte zeitweise sogar selbst das Steuer übernehmen. Die BBC berichtete ebenso darüber wie große britische Tageszeitungen. Viele Medien sahen in dem Flug ein Symbol dafür, wie weit die Versöhnung zwischen den ehemaligen Kriegsgegnern inzwischen fortgeschritten war.

Als Zeitzeuge bis ins hohe Alter aktiv

Broch selbst sprach in Interviews immer wieder über seine Erfahrungen als Zeitzeuge einer vergangenen Epoche, warnte vor dem Schrecken des Krieges. Mit seinem Tod verschwindet nun eine weitere direkte Verbindung zu den Ereignissen des Zweiten Weltkriegs.

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