Politik

Wohn-Albtraum in Deutschland: Mieten steigen viermal schneller als Löhne

Wohn-Albtraum in Deutschland: Mieten steigen viermal schneller als Löhne
TTS-Player überspringenArtikel weiterlesen

Berlin – Wohn-Schock in Deutschlands Großstädten! Wer eine neue Wohnung sucht, muss immer tiefer in die Tasche greifen. Während die Reallöhne in den vergangenen drei Jahren gerade einmal um 5,1 Prozent gestiegen sind, legten die Angebotsmieten in den größten Städten um bis zu 20 Prozent zu. Das zeigt der aktuelle Mietkompass des Immobilienportals immowelt.

Besonders stark steigen die Mieten in Hamburg mit +20,2 Prozent seit 2023. Es folgen Dresden (+18 Prozent) und Frankfurt am Main (+17,7 Prozent). Insgesamt wachsen die Mieten damit fast viermal so schnell wie die Einkommen. Für viele Haushalte bedeutet das: Ein immer größerer Teil des Gehalts geht jeden Monat für die Miete drauf.

Immowelt-Chef Theo Mseka sagt: „Nach den deutlichen Reallohnverlusten der Jahre 2022 und 2023 hat sich die Kaufkraft der Beschäftigten in Deutschland 2024 und 2025 zwar leicht verbessert.“ In der Praxis würden viele davon aber wenig merken, weil die Wohnkosten im gleichen Zeitraum massiv gestiegen seien.

München bleibt Deutschlands teuerstes Pflaster

Am teuersten bleibt München: Für neu angebotene Wohnungen werden dort im Schnitt 21,44 Euro Kaltmiete pro Quadratmeter verlangt. Für eine 75-Quadratmeter-Wohnung sind das rund 218 Euro mehr pro Monat als vor drei Jahren. Auch Frankfurt (+190 Euro) und Hamburg (+175 Euro) liegen deutlich im Plus. Und selbst einst günstigere Städte holen auf: In Duisburg stiegen die Angebotsmieten um 16 Prozent, in Essen um 15,4 Prozent.

Auch in Berlin bleibt die Wohnungsnot ein heißes Thema (Wahl zum Abgeordnetenhaus in drei Monaten): Zwar stiegen die Angebotsmieten in den vergangenen drei Jahren mit 11,9 Prozent langsamer als in vielen anderen Großstädten. Mit durchschnittlich 14,39 Euro pro Quadratmeter ist Berlin aber inzwischen die viertteuerste Stadt Deutschlands. Weil die Einkommen dort unter dem Bundesdurchschnitt liegen, trifft der Mietanstieg viele Haushalte besonders hart.

Zu wenige Wohnungen verschärfen die Krise

Ein Ende der Entwicklung ist nicht in Sicht. Hauptgrund bleibt der massive Wohnungsmangel. Hohe Baukosten, gestiegene Zinsen und langwierige Genehmigungsverfahren bremsen den Neubau aus. 2025 wurden bundesweit nur noch 206.600 Wohnungen fertiggestellt. Das sind 18 Prozent weniger als im Vorjahr. Vom Ziel der Bundesregierung, jährlich 400.000 neue Wohnungen zu bauen, ist Deutschland damit weiter denn je entfernt.

Vielleicht verpasst