Brasilien-Superstar Neymar (34) war bei der Weltmeisterschaft 2018 in Russland der Erste, der auf kaputte Stutzen setzte. Inzwischen laufen auch weltweit immer mehr Stars mit zerschnittenen Stutzen auf. Es ist ein mittlerweile in Mode gekommener Trend, der aber auch bei dieser Fußball-WM für Gesprächsstoff bei manchen TV-Zuschauern sorgt! Die große Frage: Warum machen die das eigentlich?
Die Antwort: Fußballer benutzen jedes Spiel ein neues Paar. Oftmals können sie sich an der Wade aber zu eng anfühlen, sodass Fußballer ihre Stutzen aufschneiden. Ein englischer Wissenschaftler erklärte das Phänomen gegenüber dem „Mirror“ mal so: „Im Laufe des Spiels schwellen die Waden der Fußballer an, da sie sich durch die Anstrengung mit Blut füllen. Dies kann dazu führen, dass sich die Socken eng anfühlen.“
Zweitliga-Kicker Sven Michel (35) erklärte mal im BILD-Interview: „Ich hatte viele Probleme mit Wadenkrämpfen und dachte: Das machst du auch mal. Man spürt, dass der Druck sich verringert und du nicht ganz so schnell Krämpfe bekommst.“
Laut Regelwerk verboten
Seit 2022 verbietet der Weltverband Fifa das Schneiden oder Verändern von Stutzen durch Spieler in seinem Ausrüstungsreglement (Artikel 15.2) eigentlich. Doch die Regel wird nicht durchgesetzt.
Im Regelwerk der Bundesliga heißt es in der Spielkleidungsrichtlinie (Punkt 42.1.c.iii.): „Sichtbare Unterziehsocken und Stutzen dürfen keine Löcher enthalten.“ Im Oktober 2023 hatte die DFL allen Klubs nach BILD-Informationen eine schriftliche Strafandrohung zu dem Thema zugestellt.
Dazu gab es einen Strafenkatalog: Beim ersten und zweiten Vergehen gibt es eine Verwarnung. Beim dritten Mal folgt dann die erste Geldstrafe von 5000 Euro! Jedes weitere Vergehen kostet entsprechend mehr.
In internationalen Wettbewerben (z.B. Champions League) behandelt die Uefa das Stutzenzerschneiden (noch) milde. Auch dort sind Löcher in den Strümpfen keine Seltenheit.
Ein WM-Star spielte sogar mit offenem Schuh
In den sozialen Medien kursierte sogar ein Foto vom kaputten rechten Schuh von Portugal-Star Pedro Neto (26). Darauf zu sehen: ein Loch an der Ferse. Man könnte denken, das wäre nach einem Foul im Spiel passiert. Doch es ist Absicht.
Denn bevor sein kaputter Schuh beim Achtelfinale gegen Spanien (0:1) im TV zu sehen war, reichte Portugals Trainerstab Neto neue Treter. Auch schon in den WM-Spielen zuvor hatte der Chelsea-Star mit dem kaputten rechten Schuh gespielt.
Das Loch im Fersenbereich von Netos rechtem Schuh wurde bewusst angebracht, um den Druck zu verringern und Reibung zu vermeiden. Das kann Beschwerden durch einen schmerzhaften Knochenauswuchs an der Ferse lindern. Offenbar leidet Neto unter der sogenannten Haglund-Deformität. Aber wohl nur am rechten Fuß. Denn nur da ist das Loch an der Ferse zu sehen.
Hintergrund: Fußballschuhe aus synthetischen Materialien sind an der Ferse extrem steif. Auch andere Fußball-Stars wie Philippe Coutinho oder Mats Hummels haben diese Methode in der Vergangenheit bereits genutzt.