Klare Ansage von Weltmeister Jürgen Klinsmann: Der Ex-Bundestrainer hat die deutsche Nationalmannschaft dazu aufgerufen, sich bei der Fußball-WM mit politischen Äußerungen zurückzuhalten. „Absolut nicht“ solle sich das Team um Kapitän Joshua Kimmich bei dem Turnier in Kanada, Mexiko und den USA politisch positionieren, sagte Klinsmann in der ARD-Talksendung „Maischberger“. Klinsmann: „Du gehst nicht als Team in ein Land, um politische Botschaften zu überbringen. Das gehört sich nicht. Wenn ich das aus der Ferne mache - egal, ob Katar oder Russland, dann kreiere ich schlechtes Karma“, erklärte der frühere Weltklasse-Stürmer.
Politik spielte bei der WM 2022 große Rolle
Rückblick: Bei der WM in Katar 2022 hatte es wegen der Menschenrechtssituation im Land beim DFB-Team tagelange Diskussionen um die sogenannte One-Love-Binde gegeben. Am Ende hatte der Weltverband Fifa die Binde verboten. Schließlich gab die Mannschaft vor dem verlorenen Gruppen-Auftakt gegen Japan ein Statement ab, in dem sich die Spieler beim Mannschaftsfoto den Mund zuhielten. Eine Aktion, die noch mehr Wirbel hervorrief - und jede Menge Unverständnis auch bei „Klinsi“.
Er empfand das als ziemlich unpassend. Das schlechte Karma habe man sich sowohl bei der WM 2018 in Russland als auch vor vier Jahren in dem Emirat selbst eingebrockt. „Und dann vor allem: Man hat Katar unglaublich schlechtgeredet, ohne irgendwelche Beweise vorzulegen. Dann schädigst du deine Mannschaft“, stellte er fest. Natürlich hätten Sport und Politik eine Verbindung, „aber es hört dann irgendwo auch auf“, sagte Klinsmann. „Das macht man einfach nicht. Die Lektion haben wir jetzt gelernt von Russland und Katar.“ DFB-Präsident Bernd Neuendorf hatte kurz vor Beginn der WM bereits im Namen des Deutschen Fußball-Bunds (DFB) zur Zurückhaltung in politischen Fragen gemahnt. „Wir tun als Fußballverband gut daran, in dieser hektischen Zeit nicht jedes tagespolitische Ereignis und jede Aussage reflexhaft zu kommentieren“, schrieb Neuendorf in einem Gastbeitrag für das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND).
Am Sonntag (19 Uhr/ARD und MagentaTV) startet die Elf von Trainer Julian Nagelsmann gegen den WM-Neuling Curaçao ins Turnier. Deutschland ist in Houston klarer Favorit. Weitere Gruppengegner sind Ecuador und die Elfenbeinküste.