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Werk schließt für immer: Automobilzulieferer entlässt alle 320 Mitarbeiter

Werk schließt für immer: Automobilzulieferer entlässt alle 320 Mitarbeiter
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Ueckermünde – Die Krise in der Autoindustrie trifft den nächsten Zulieferer: Sinkende Nachfrage, fehlende Auslastung und hohe Kosten setzen Unternehmen zunehmend unter Druck. Die harte Konsequenz: Eine Eisengießerei in Mecklenburg-Vorpommern steht jetzt vor dem Aus. Ein Schock für die insgesamt 320 Beschäftigten!

Der Automobilzulieferer Breyden (früher Buderus Guss), der seinen Hauptsitz im hessischen Breidenbach hat, sieht für sein Werk im Landkreis Vorpommern-Greifswald keine andere Möglichkeit: Die Gießerei sei nicht mehr ausgelastet.

Was das Werk produziert

Hergestellt werden in Ueckermünde (Mecklenburg-Vorpommern) vor allem Gussteile für Automobilbremsen. Doch die Nachfrage sei gesunken, nötige Aufträge seien ausgeblieben. Ein Schicksal, das schon andere Zulieferer der kriselnden Automobilwirtschaft in Deutschland getroffen hat: Vor wenigen Tagen erst kam etwa die Nachricht, dass auch das Bohai-Werk in Sachsen-Anhalt schließt.

Dabei wurde die Gießerei in Ueckermünde erst im vergangenen Jahr in die Breyden-Gruppe integriert. Das Unternehmen, das Autohersteller beliefert, betreibt neben Breidenbach weitere Produktionsstandorte in Neunkirchen (Saarland), Altenburg (Thüringen) und Immenhausen (Hessen), außerdem ein Innovationszentrum für Bremsscheiben im hessischen Biedenkopf-Ludwigshütte. Der einstige Standort in Lollar im Landkreis Gießen wurde Ende 2025 geschlossen. Betroffen waren damals 230 Mitarbeiter. Jetzt trifft es Ueckermünde.

So begründet das Unternehmen das Aus

„Eine rückläufige Marktentwicklung und eine nicht ausreichende Auslastung führen dazu, dass die bestehenden Kostenstrukturen am Standort nicht mehr nachhaltig getragen werden können“, zitiert die Nachrichtenagentur dpa das Unternehmen. Es sei nicht gelungen, eine wirtschaftlich tragfähige Perspektive für den Standort zu entwickeln. Von der geplanten Schließung des Werks zum Ende des Jahres seien alle Arbeitsplätze betroffen, heißt es weiter. Das bedeutet Kündigungen. Das Unternehmen habe angekündigt, zügig mit dem Betriebsrat über einen Interessenausgleich und einen Sozialplan zu verhandeln.

Wichtiger Arbeitgeber für die Region

„Für die Beschäftigten ist das ein Schock“, wird Denis Rogge, Gewerkschaftssekretär der IG Metall Stralsund/Neubrandenburg, von der Tageszeitung „Nordkurier“ zitiert. Sollte das Werk wie angekündigt tatsächlich geschlossen werden, breche ein wichtiger Arbeitgeber für die Region weg. Die Mitarbeiter hätten zudem schon in der Vergangenheit Lohneinbußen hinnehmen müssen. Laut Betriebsratsvorsitzendem Clemens Schröder hat das Unternehmen in der Vergangenheit immer von einer guten Auftragslage gesprochen.

Doch mit den im Vergleich zu China oder Indien höheren Lohn- und Energiekosten in Deutschland konnte die Breyden-Gießerei wirtschaftlich offenbar nicht mithalten. Kleiner Hoffnungsschimmer: Die Silbitz Group, zu der die Eisengießerei im 15 Kilometer entfernten Torgelow gehört, teilte mit, sie suche qualifiziertes Personal. Sie werde versuchen, Mitarbeiter der Eisengießerei Ueckermünde zu übernehmen.

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