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Warnung vor „katastrophalen Folgen“: Polen plant 18 Hektar große Bohrinsel vor Usedom

Warnung vor „katastrophalen Folgen“: Polen plant 18 Hektar große Bohrinsel vor Usedom
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Usedom (Mecklenburg-Vorpommern) – Weit mehr als eine Million Urlauber kommen jedes Jahr nach Usedom. Touristen lieben das Naturparadies mit seinen weißen Sandstränden, Kaiserbädern und kilometerlangem Ostsee-Panorama. Umso größer die Sorgen über die Pläne für eine gigantische Öl-Förderinsel auf polnischer Seite direkt vor der Küste. Die Vorbereitungen für das Megaprojekt werden immer konkreter.

BILD liegen die Projektunterlagen der kanadischen Ölfirma CEP vor, die künftig 8200 Tonnen Erdöl pro Tag fördern will. Die unter dem Meeresboden versteckte Lagerstätte enthält laut Unternehmen rund 21 Millionen Tonnen Erdöl – die Bohrungen könnten bis zu fünf Prozent des jährlichen Ölbedarfs Polens für Jahre decken. Auch Erdgas wurde gefunden.

Die Macher von „Wolin East“ planen eine riesige Anlage in der Ostsee, rund sechs Kilometer vor der polnischen Küste. Sie wird insgesamt 18 Hektar groß, so viel wie rund 25 Fußballfelder. Die Bohrinsel selbst wird 80 Meter breit und 300 Meter lang, dazu entstehen ein eigener Hafen, eine massive Wellenbrecher-Befestigung und eine 200 Meter breite und zwölf Meter tiefe Zufahrtsrinne für Tanker. Dominieren soll ein bis zu 65 Meter hoher Bohrturm.

Genehmigen die polnischen Behörden, startet die Förderung 2030. Derzeit müssen bereits alle Beteiligten Stellungnahmen abgeben. Weil auch Belange auf deutscher Seite berührt sind, wurden auch Mecklenburg-Vorpommern und die Gemeinde Ostseebad Heringsdorf auf Usedom gefragt. Das Land sieht die Förderung kritisch, die Insel schlägt Alarm!

Bürgermeisterin ist skeptisch

Bürgermeisterin Laura Isabelle Marisken (38, parteilos) zu BILD: „Ich mache mir große Sorgen um das Ökosystem und den Lebensraum Ostsee. Zusätzlich geht es um Usedom, einen der beliebtesten Sehnsuchtsorte an den deutschen Küsten.“ Die Pläne sieht sie sehr kritisch, „zumal mögliche Auswirkungen auf die Umwelt durch Bau und Betrieb noch gar nicht ausreichend dargelegt sind“. Im Falle einer Havarie warnt sie vor „katastrophalen Folgen für die gesamte Ostsee“.

Die Deutsche Umwelthilfe fordert die Bundesregierung auf, die Polen von dem Bohr-Plan abzubringen. Geschäftsführer Sascha Müller-Kraenner (63): „Der Betreiber beschreibt in seinen eigenen Unterlagen selbst die Gefahr von massiven Ölverschmutzungen der Küste und einer hohen Sterblichkeit von Vögeln und Fischen bei einem schweren Unfall.“ Schon bei Erkundungsbohrungen sei die Zahl streng geschützter Schweinswale deutlich zurückgegangen.

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