Tignale (Italien) – Urlauber flohen mitten in der Nacht, Ferienhäuser und Hotels mussten evakuiert werden: Am Westufer des Gardasees brach ein Feuer aus. Löschflugzeuge versuchen, die Flammen unter Kontrolle zu bekommen.
Schon wieder lodern Flammen in einem Urlaubsparadies: Am Freitagabend leuchtete der Himmel über Olzano, einem Ortsteil der Gemeinde Tignale am Gardasee in Italien, glutrot – nicht von der Abendsonne, sondern von einem verheerenden Brand, der oberhalb des Ufers in einem großen Waldgebiet ausbrach. Fotos zeigen die bedrohliche Szenerie.
Bürgermeister spricht von „furchterregenden Szenen“
Auch am Samstagmorgen ist die Lage bisher nicht unter Kontrolle, dichte Rauchschwaden ziehen über die Region: Feuerwehr, Forstpolizei und Zivilschutz sind seit 21.45 Uhr pausenlos im Einsatz. Meterhohe Flammen fressen sich durch das trockene Gelände, während starke Winde von bis zu 40 km/h den Einsatzkräften die Arbeit erschweren.
Wie „il T Quotidiano“ berichtet, droht das Feuer durch Windböen von zeitweise mehr als 40 km/h immer wieder neu angefacht zu werden. Retter durchsuchten Häuser, weil teilweise völlig unklar ist, welche Häuser aktuell bewohnt oder von Feriengästen besucht sind. Unter den bisher über 200 Evakuierten sind viele Ausländer, einige brachen ihre Ferien überstürzt ab.
Tignales Bürgermeister Daniele Bonassi sprach gegenüber italienischen Medien von „furchterregenden Szenen“ rund um die Wallfahrtskirche.
Anhaltende Hitzewelle in Italien
Italien ächzt unter einer anhaltenden Hitzewelle. Nach Prognosen sollen die extremen Temperaturen noch bis Mitte August anhalten. Die Folgen sind deutlich sichtbar: Die Landschaften sind staubtrocken und Flüsse und Seen führen ungewöhnlich wenig Wasser. Am Po, dem längsten Fluss des Landes, liegen die Pegelstände an allen Messstationen deutlich unter den für diese Jahreszeit üblichen Werten. Auch der Lago Maggiore in Norditalien nähert sich Medienberichten zufolge einem historischen Tiefstand. Gleichzeitig wurden im nördlichen Teil der Adria Wassertemperaturen von mehr als 30 Grad gemessen.