Politik

Wahlgeschenke nur bei Sieg!: So will Trump Midterm-Wähler erpressen

Wahlgeschenke nur bei Sieg!: So will Trump Midterm-Wähler erpressen
TTS-Player überspringen↵Artikel weiterlesen

Washington – Konkretes Wahlversprechen von Donald Trump (80) bei einem Auftritt in North Carolina: Der US-Präsident wolle dafür sorgen, dass sein Justizministerium sämtliche Forderungen von Betroffenen eines Umweltskandals um vergiftetes Trinkwasser nahe der Militärbasis Camp Lejeune begleiche. Doch die Sache hatte einen Haken: Das werde nur geschehen, so Trump unverblümt, wenn die Republikaner bei den Kongress-Zwischenwahlen („Midterms“) gewinnen!

Trump wörtlich: „Wenn wir nicht gewinnen, gibt es kein Geld – wenn wir gewinnen, bekommt ihr es!“ Was wie glatte Wählererpressung wirkt, gehört längst zu Trumps Wahlkampftaktik: Zuvor stellte er bereits jedem Amerikaner eine „Dividende“ von 5000 Dollar in Aussicht – ebenfalls nur bei einem Sieg seiner Partei. Das Angebot dürfte ein leeres Versprechen bleiben: Der Kongress würde solche Zahlungen angesichts des US-Schuldenbergs von mehr als 40 Billionen Dollar wohl kaum bewilligen.

Trump setzt auf „Goodies“ im Wahlkampffinale

Trump verspricht bei seinen Wahlkampfstopps immer öfter auch Hilfe bei lokalen Anliegen. In Kentucky stellte er eine 100-Millionen-Dollar-Investition in ein Pharmaunternehmen in Aussicht. Doch auch hier die Bedingung: Die Jobs würden nur bei einem Sieg der Republikaner entstehen. Trump nennt solche Versprechen „Goodies“ (Geschenke). Der demokratische Stratege Dan Pfeiffer spricht dagegen von Machtmissbrauch und Bestechung.

Inzwischen wird in den USA eine brisante Frage diskutiert: Können Trump und die Republikaner, die mehr Geld gesammelt haben als die Demokraten, die Kongresswahlen einfach kaufen? Die Summen sind gigantisch: Mit prognostizierten rund elf Milliarden Dollar für Wahlwerbung könnten es die teuersten Midterms aller Zeiten werden. Trumps Wahlkampf-Organisationen (sogenannte PACs) pumpten weitere 277 Millionen Dollar in die finale Wahlschlacht, sein Vertrauter Elon Musk (55) hat bisher 276 Millionen Dollar investiert.

Trump und Republikaner sinken in Umfragen

Doch trotz des gewaltigen Geldvorteils bleiben die Umfragen für Trump & Co. düster: Laut der Umfrage-Website „FiftyPlusOne“ führen die Demokraten in neun der wichtigsten Senatsrennen, beim Repräsentantenhaus wird die Wahrscheinlichkeit einer demokratischen Übernahme auf mehr als 90 Prozent geschätzt.

Und Trump? Er gehört zu den unbeliebtesten US-Präsidenten vor Zwischenwahlen überhaupt. Laut CNN sind nur noch 34 Prozent der Amerikaner mit seiner Amtsführung zufrieden. Da hilft womöglich auch alles Geld der Welt nicht mehr …

Vielleicht verpasst