Wolfsburg (Niedersachsen) – Der Alarm kommt aus der eigenen Chefetage: Führende Volkswagen-Manager sehen die Lage des Konzerns laut einer Recherche des „Manager Magazins“ so kritisch wie nie. Eine anonyme Umfrage unter Vorständen und Aufsichtsräten sollte den internen Zusammenhalt bei Volkswagen erfassen. Die Ergebnisse zeichnen laut dem Bericht ein düsteres Bild. Einig waren sich die Spitzenleute vor allem in einem Punkt: Die Lage des Konzerns ist extrem kritisch.
Wie das Magazin berichtet, bewerteten sechs der neun befragten Vorstände den Volkswagen-Konzern sogar als „existenzgefährdet“. Die übrigen drei stuften die Lage als „angespannt“ ein. Die Antwortmöglichkeit „unkritisch“ wählte niemand.
Besonders brisant: Sämtliche befragten Vorstände sollen sich anonym für einen radikalen Strategiewechsel ausgesprochen haben. Besonders die Strategie in China und Nordamerika wurde laut dem Bericht sehr kritisch bewertet. Für Europas größten Autobauer kommt diese schonungslose Analyse zu einem heiklen Zeitpunkt. Erst kürzlich präsentierte der Konzern schwache Quartalszahlen.
Gewinn sank im ersten Quartal um fast 30 Prozent
Volkswagen meldete für das erste Quartal 2026 einen Umsatz von 75,7 Milliarden Euro. Der Gewinn nach Steuern sank auf 1,56 Milliarden Euro – ein Rückgang um 28,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die operative Marge lag bei 3,3 Prozent. Nach Angaben des Konzerns gingen die Auslieferungen von Januar bis März weltweit auf 2,05 Millionen Fahrzeuge zurück – vier Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Besonders in China und Nordamerika lieferte Volkswagen weniger Fahrzeuge aus. Zuwächse in Europa konnten den Rückgang nicht ausgleichen.
Vor allem in den beiden Schlüsselmärkten China und Nordamerika gerät Volkswagen zunehmend unter Druck. In China machen lokale Hersteller dem Konzern zunehmend Konkurrenz. In Nordamerika belasten schwache Auslieferungen sowie Zölle und Förderbedingungen das Geschäft.