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Uwe Gensheimer: Löwen verlieren bei seinem Sportdirektor-Debüt

Uwe Gensheimer: Löwen verlieren bei seinem Sportdirektor-Debüt
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Eine Legende kehrt zurück! In einer Krise holen die Rhein-Neckar-Löwen ihre Ikone Uwe Gensheimer (40) zurück in die sportliche Verantwortung. Nach der Trennung von Trainer Maik Machulla übernimmt Gensheimer als neuer „Direktor Sport“ – und bekommt bei seiner Premiere gleich Saures! Beim Gastspiel in Hamburg (23:28) sitzt Gensheimer auf Wunsch von Interimstrainer Michel Abt sogar mit auf der Bank. Ein überraschendes Comeback in neuer Funktion!

Doch zunächst gehört die Bühne den Spielern: Erstmals in dieser Saison ist die Sporthalle Hamburg ausverkauft. 3750 Zuschauer sorgen für eine stimmungsvolle Halloween-Kulisse. Der Handball Club Hamburg kämpft, nimmt den Schwung der Fans mit und legt los. Torwart Robin Haug liefert, hält – doch nach zehn Minuten ist das Start-Feuerwerk erloschen. Die Löwen machen mit einem heiß laufenden David Späth zwischen den Pfosten hinten dicht. Hamburg produziert offensiv viel Stückwerk und findet kaum eine Lücke.

Alles verfolgt Uwe Gensheimer zunächst ruhig von der Bank. Hin und wieder steht er auf, feuert an, muntert auf. Auf der Platte haben die Löwen fortan meist ein oder zwei Tore Vorsprung. Tore sind Mangelware – 10:12 zur Pause. Das liegt vor allem an zwei Torhütern, die richtig Spaß an ihrem Job haben: Robin Haug kommt auf acht Paraden und eine Fangquote von 40 Prozent, Späth auf sieben Paraden und 41 Prozent.

Ex-HCH-Däne Jacob Lassen (31) sagt zur Pause: „Ist super schön hier in der Halle. Unsere Abwehr und David sind überragend. Es fehlt ein bisschen Cleverness bei unseren Würfen.“

Für Uwe Gensheimer gibt es an diesem Abend allerdings noch einiges mehr zu tun, als das Spiel zu beobachten. Bei den Mannheimern warten gewaltige Baustellen: Nationaltorwart David Späth steht im Visier des THW Kiel, Kreisläufer Aron Seesing soll bereits beim SC Magdeburg unterschrieben haben. Auch bei Spielmacher Haukur Thrastason und Linkshänder Edwin Aspenbäck drohen Abgänge. „Natürlich macht man sich den Kopf. Das ist ja auch mein Job“, sagt Gensheimer zu BILD.

Doch nicht nur der Kader braucht eine Perspektive. Gensheimer muss auch klären, wohin die Löwen sportlich wollen: mehr Vertrauen in den eigenen Nachwuchs oder weiter auf teure Topspieler setzen? Finanzielle Möglichkeiten, sportliche Ziele und Erwartungen des Aufsichtsrats müssen zusammenpassen. „Ich muss jetzt viele Gespräche führen mit den Jungs“, sagt der neue Sportdirektor.

Nach der Pause bleibt es ein Krimi. Es geht hin und her. Dreieinhalb Minuten sind gespielt, da liegt Hamburg mit 13:12 vorn. Absetzen kann sich keine Mannschaft – auch, weil beide Torhüter weiter stark halten. Besonders Haug!

Die Zuschauer-Explosion in der 45. Minute! Haug pariert erst den Siebenmeter von Niclas Mierzwa und direkt danach auch noch den Nachwurf. Die Halle steht Kopf. Im Gegenzug schweißt Toma Gadža das 17:16 rein. Haug ist auch danach wieder zur Stelle. Riese, Robin!

Der Hamburger Keeper (16 Paraden, 41 Prozent) hält weiter auf höchstem Niveau. Vorne erhöht Jörgensen auf zwei Tore Vorsprung. Jetzt kommt auch Uwe Gensheimer auf Temperatur. Immer häufiger hält es ihn nicht mehr auf der Bank.

Hamburg legt sogar noch einen drauf, zieht auf sechs Tore weg. Hier geht wirklich was! Die Gäste kriegen Saures, weil Haug sein bislang bestes Spiel im HCH-Trikot macht. Die Rhein-Neckar Löwen verlieren, der HCH feiert einen berauschenden Heimsieg. Hamburg bekommt die Kurve, die Mannheimer schlingern weiter und fallen in der Tabelle hinter den HCH zurück. Für Uwe Gensheimer gibt es bei seiner Premiere als Sportdirektor gleich Saures.

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