Straße von Hormus / Washington – Mitten im Ringen um ein Ende des Krieges zwischen den USA und dem Iran meldet das US-Militär am Freitagmittag (Ortszeit): Drohnen-Abschuss, Angriff! Es ist die jüngste der wechselseitigen Attacken zwischen den beiden Parteien, die eigentlich eine Waffenruhe vereinbart haben.
Man habe vier iranische Drohnen gestoppt, die in Richtung der Straße von Hormus gestartet seien, gab das zuständige US Central Command auf der Plattform X bekannt. Diese hätten „eine unmittelbare Bedrohung für den regionalen Schiffsverkehr“ dargestellt, so die Begründung. Man habe daraufhin iranische Radarstellungen zur Küstenüberwachung in Goruk und auf der Insel Qeshm angegriffen, um sich zu verteidigen.
Iran greift Luftwaffenstützpunkt an
Diese Woche haben die iranischen Revolutionsgarden laut iranischen Medien bereits das Hauptquartier der 5. US-Flotte in Bahrain sowie einen Luftwaffenstützpunkt in der Region mit Raketen und Drohnen attackiert. Auch das Golfemirat Kuwait wurde angegriffen. Nach Angaben der Streitkräfte Kuwaits starb eine Person am Flughafen. Auch in der Nacht zum heutigen Samstag sei die Luftabwehr im Einsatz, teilten die Streitkräfte des Landes am frühen Samstagmorgen auf der Plattform X mit. Zur Herkunft der Drohnen und Raketen und den Zielen der Angriffe gab es zunächst keine Angaben.
Wackelt jetzt der Deal um einen Frieden?
US-Präsident Donald Trump (79) bekräftigte am Freitag trotz der Angriffe: Er sei sich sicher, dass seine Regierung auf Kurs sei, den Konflikt erfolgreich zu beenden. Dies sagte er an Bord der Air Force One auf dem Weg nach Wisconsin. Die Hoffnung, dass die für den Ölhandel so wichtige und seit Ende Februar blockierte Straße von Hormus zeitnah geöffnet wird, zerschlug er allerdings: Sie könnte bis September dichtbleiben, deutete Trump wiederum in Podcast „Pod Force One“ an.
Trump behauptet: Iran hat noch bis zu 21 Prozent seiner Raketen
Trotz der massiven Luftangriffe im Verlauf des Iran-Kriegs verfügt Teheran nach einer Schätzung von Trump noch über gut ein Fünftel seines Raketenarsenals. Die meisten Drohnenfabriken, Abschussrampen und Einrichtungen zur Raketenproduktion seien ausgeschaltet worden, sagte der Präsident in einem Interview mit dem TV-Sender NBC News. „Aber sie verfügen weiterhin über Kapazitäten. Sie haben noch einige Raketen und einige Drohnen.“ Trump ergänzte: „Prozentual würde ich sagen, vielleicht noch 21 bis 22 Prozent ihrer Raketen.“ Das seien immer noch viele, aber nicht mehr das, was sie anfangs hatten. Es blieb unklar, worauf Trumps Schätzung des iranischen Raketenarsenals beruhte. Auf die Frage, warum es seiner Meinung nach noch keinen Deal mit dem iranischen Regime gibt, sagte der Präsident: Die Iraner seien „stolz“ und die Verhandlungen „eine harte Sache“ für sie.