Die Ukraine und Großbritannien wollen künftig bei der militärischen Nutzung von Künstlicher Intelligenz (KI) zusammenarbeiten. Diese Partnerschaft verbinde die »unübertroffene Erfahrung im Einsatz« der Ukraine mit dem britischen »KI-Ökosystem von Weltklasse«, sagte der britische Premier Andy Burnham am Montag in Kyjiw. Ein Abkommen zu der Kooperarion hatte er zuvor mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskij am Rande eines Treffens der sogenannten Koalition der Willigen unterzeichnet. Die Ukraine überlässt Großbritannien dazu Millionen Aufnahmen vom Kampfgebiet.
»Wir werden die Entwicklung von Kapazitäten beschleunigen, die nicht nur unsere nationale Sicherheit stärken, sondern auch unsere wichtige Infrastruktur besser schützen und das Wachstum im ganzen Land beschleunigen werden«, sagte Burnham.
Daten von Einsätzen sollen in Großbritannien Infrastruktur schützen
Die Ukraine setzt KI im Verteidigungskampf gegen Russland ein, um Drohnen zu steuern, Ziele für Angriffe festzulegen oder groß angelegte Einsätze zu koordinieren. Einer Mitteilung der britischen Regierung zufolge sollen Daten aus den Kampfeinsätzen demnächst in Großbritannien getestet werden, um militärische Einrichtungen, Flughäfen, Schienennetze, Kraftwerke sowie Gefängnisse zu schützen.
Der unter dem Namen »Rächer« bekannte Datensatz mit Aufnahmen aus dem Kriegsgebiet wird derzeit genutzt, um autonome ukrainische Drohnen zu trainieren. Die Regierung in London sprach von einer »Goldmine«. Im Gegenzug soll das Vereinigte Königreich die Ukraine durch seine Universitäten, Wissenschaftler und Technikunternehmen wie auch durch sein »KI-Ökosystem« unterstützen.
Großbritannien gehört zu den größten europäischen Unterstützern der Ukraine. Die Unterstützer der Ukraine hatten bei ihrem Treffen am 35. Unabhängigkeitstag der Ukraine eine Verstärkung der militärischen Unterstützung zugesagt. Die Regierung in London sicherte zudem der Ukraine Zugang zu Bauplänen von britischen Komponenten der Storm-Shadow-Marschflugkörper zu. Dies soll Franzosen und Ukrainern ermöglichen, die Montage der Geschosse in der Ukraine voranzutreiben. Während des Treffens in Kyjiw versprach Brunham, Großbritannien werde die Ukraine trotz »unerhörter Drohungen« aus Russland weiterhin in ihrem Abwehrkampf unterstützen. Dies sei der Moment »um den Druck auf Russland aufrechtzuerhalten, der Moment, um ihre Fähigkeiten zur Finanzierung dieses illegalen Kriegs zu beschränken.«