Regen, Gewitter und jetzt sogar Tropensturm-Gefahr! Nach Angaben des National Hurricane Center hat sich am Montag vor der südpazifischen Küste Mexikos der Tropensturm Boris gebildet. Wie gefährlich wird das für die Fußball-WM?
Am Donnerstag soll in Mexiko-Stadt das Eröffnungsspiel der XXL-WM in den USA, Kanada und Mexiko zwischen Gastgeberland Mexiko und Südafrika steigen. Doch aktuell schlagen die Behörden mächtig Alarm.
Alarmstufe ausgerufen
Für Teile der Millionenmetropole wurde in den vergangenen Tagen mehrfach die Alarmstufe Orange ausgerufen. Bedeutet: Menschen müssen mit einer gefährlichen Wetterlage mit moderaten Unwettern wie Starkregen, heftigen Gewittern, Hagel oder Sturmböen rechnen. Auch für den Tag des WM-Auftakts sind heftige Regenfälle und Gewitter angekündigt. Und damit nicht genug: Vor der Pazifikküste Mexikos könnte sich zeitgleich ein Wirbelsturm bilden.
Welches Wetter ist in den nächsten Wochen bis zum Finale (19.7.) zu erwarten? Gluthitze im Süden, tägliche Gewitter an der Golfküste, Schwergewitter mit Tornadogefahr im US-Landesinneren. Experten sind sich einig: Das Wetter wird bei diesem Turnier eine entscheidende Rolle spielen.
Wetterexperte erklärt das Wetter zur WM
Diplom-Meteorologe Dominik Jung von Wetter.net zu BILD: „Es zeichnet sich das Muster ab, das diese WM prägen wird. Im Süden und Südwesten der USA staut sich die Hitze, während über den Spielorten in Tropennähe – Florida, Golfküste – und in Mexiko täglich Schauer und Gewitter durchziehen.“
Gewitter und Schauer zum WM-Start
Über den WM-Auftakt am Donnerstag sagt Wetterexperte Jung zu BILD: „Über dem Mittleren Westen bleibt es bei wiederkehrenden Schwergewittern mit Hagel, Sturmböen und lokaler Tornadogefahr. Die aktivste Phase ist ohnehin im Juni und Juli. Und mit dem aufkommenden El Niño kommt die Sommerhitze im Westen und Zentrum der USA möglicherweise schneller in Gang als in einem Normaljahr.“
Stundenlange Spielunterbrechungen drohen
In den USA gelten extrem strikte Unwetter-Protokolle des National Weather Service, die von der FIFA im Turnierverlauf nicht überstimmt werden können. Klimatologe Dr. Karsten Brandt von Donnerwetter.de zu BILD: „Sobald ein Blitz in einem Radius von acht Meilen, was etwa 13 Kilometern entspricht, um das Stadion herum registriert wird, greift ein Sicherheitsmechanismus. Das Spiel wird unterbrochen und die Mannschaften müssen sich in die Kabinen zurückziehen. Gleichzeitig werden die Zuschauerränge evakuiert.“
Stundenlange Unterbrechungen bei WM möglich
Die FIFA hat für dieses Turnier keine zeitliche Obergrenze für einen Spielabbruch festgelegt. Bei Gewitterfronten können Partien deshalb stundenlang ruhen. Diplom-Meteorologe Sebastian Wache von WetterWelt zu BILD: „Die Wiederaufnahme erfolgt meist nach der 30-Minuten-Regel. 30 Minuten nach dem letzten Blitz und Donner geht es weiter. Jeder neue Blitz setzt die Uhr wieder auf null. Es droht eine Blitz-Dauerschleife!“
Wegen größerer Temperaturunterschiede und subtropischer Luft fallen die Wetterphänomene in den USA und Mexiko heftiger aus. Kanada ist gemäßigter, weil es nördlicher gelegen ist. Wetterexperte Jung zu BILD: „Zum Deutschland-Spiel am Sonntag wird es schwülwarme 35 Grad im Schatten geben. Eine echte Hitzeschlacht. Die Kombination aus Hitze und hoher Luftfeuchte ist das eigentliche Problem.“