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Spur führt nach Bremen: Jäger wusste 10 Jahre von Leiche im Wald, sagte nichts

Spur führt nach Bremen: Jäger wusste 10 Jahre von Leiche im Wald, sagte nichts
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Bretsteingraben/Bremen – Kriminalermittler in Österreich haben es mit einem außergewöhnlichen Fall zu tun: Ein Jäger fand einen toten Radfahrer in seinem Wald. Doch statt die Polizei zu rufen, ließ er den Mann fast zehn Jahre lang verrotten. Erst 2025 erstattete er Anzeige. Jetzt ermittelt die Polizei, und die Spur führt nach Deutschland.

Hans Martin Paar, Moderator von „Fahndung Österreich“, dem österreichischen Ableger von „Aktenzeichen XY“, nannte den Fall am Mittwochabend einen „der merkwürdigsten Fälle, die wir bisher in der Sendung hatten“. Die Geschichte beginnt im Mai 2025 mit einer Anzeige. Der Jäger meldete den Fund einer Leiche und eines Fahrrads in seinem Wald bei Bretsteingraben in der Steiermark. Die Ermittler konnten nur noch Knochen und Kleidungsreste sicherstellen.

Jäger schwieg 10 Jahre lang

Doch bei der Befragung kam heraus: Der Mann hatte die Leiche schon früher entdeckt. „Und mit viel früher ist wirklich sehr viel früher gemeint“, so Chefinspektor Andreas Dirnberger vom LKA Steiermark in der Sendung. Der Jäger hatte die Leiche und das Fahrrad bereits in den Jahren 2014 und 2015 gefunden, den Fund bei der Polizei aber nie gemeldet. Er habe die Wildtiere in seinem Revier nicht stören wollen, begründete er sein Handeln. Erst zehn Jahre später erstattete er Anzeige.

Seitdem ermitteln Kriminalisten des LKA in dem Todesfall. DNA-Analysen, forensische Untersuchungen, Abgleiche mit Vermissten-Datenbanken in Österreich und im Ausland – alles ohne Erfolg. Ein anthropologisches Gutachten geht von einem Mann zwischen 40 und 60 Jahren aus, etwa 1,60 bis 1,70 Meter groß. Die Todesursache ist unklar. Der Schädel des Toten fehlt. Auch Fremdverschulden kann nicht ausgeschlossen werden.

Spur führt nach Deutschland

Bei den Überresten fanden die Fahnder keine persönlichen Gegenstände – aber mehrere Radbekleidungsstücke. Besonders wichtig: ein graues Radtrikot. Es wurde in Italien hergestellt, die Spur führt allerdings nach Deutschland. Denn das Trikot wurde laut Polizei im Raum Bremen von der „National Cycling Academy“ (NCA) an Teilnehmer von Spinning-Kursen in den Jahren 2008 und 2009 ausgegeben. Die Firma gibt es nicht mehr, Aufzeichnungen aus dieser Zeit existieren nicht.

Auch das sichergestellte Fahrrad der Marke „Cube“ wurde zwischen 2003 und 2007 in Deutschland verkauft. Ob der Tote Deutscher ist oder nur Verbindungen nach Deutschland hatte, ist nicht bekannt. „Wir hoffen insbesondere auf Hinweise aus Deutschland. Vielleicht erkennt jemand das Trikot, erinnert sich an einen Teilnehmer eines damaligen Kurses oder vermisst seit Jahren einen Angehörigen“, so Chefinspektor Dirnberger.

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