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Soll umgebaut werden: Russischer Konzern kommt in diese deutsche Atom-Fabrik

Soll umgebaut werden: Russischer Konzern kommt in diese deutsche Atom-Fabrik
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Lingen (Niedersachsen) – Deutschland unterstützt die Ukraine mit Milliarden gegen Putins Angriffskrieg. Die EU verhängt Sanktionen gegen Russland. Die Bundesregierung macht Moskau für einen versuchten Drohnenanschlag auf den Flughafen Leipzig verantwortlich. Und trotzdem darf mitten in Deutschland jetzt die Herstellung von Atombrennstoff mit Putins Staatskonzern vorbereitet werden!

In der Brennelementfabrik Lingen soll künftig mit russischer Technik produziert werden. Betreiber ANF will dafür das Werk anpassen. Ab 2027 sollen Brennelemente ausgeliefert werden.

So mischt Putins Staatskonzern mit

An dem Projekt beteiligt ist auch Russlands staatlicher Atomkonzern Rosatom. Die Fabrik gehört zwar zum französischen Konzern Framatome. Für die neue Produktion macht dieser aber gemeinsame Sache mit den Russen: Rosatom ist über seine Tochterfirma TVEL an dem Projekt beteiligt. Russische Maschinen und Lizenzen sollen zum Einsatz kommen.

Laut EU-Kommission sollen sogar sämtliche benötigten Bauteile aus Russland kommen. In Europa erfolgt demnach nur der letzte Fertigungsschritt. Die Brennelemente sind für Atomkraftwerke russischer Bauart in Bulgarien, Tschechien, Ungarn, der Slowakei und Finnland bestimmt. So müssen die Länder weniger fertige Brennelemente aus Russland kaufen. Von russischer Technik bleiben sie aber weiter abhängig.

Russische Technik rein – Russen bleiben draußen!

Trotz Warnungen vor russischer Spionage und Sabotage hält die Bundesregierung an ihrer Sicherheitsbewertung für Lingen fest. Dabei gelten strenge Auflagen: Russische Konzernmitarbeiter dürfen das Werk grundsätzlich nicht betreten. Maschinen müssen geprüft, gelieferte Brennstäbe auf Manipulationen kontrolliert werden.

Niedersachsens Umweltminister Christian Meyer (Grüne) kritisiert, dass der Bund die Sicherheitslage trotz zunehmender russischer Bedrohungen unverändert bewertet. Das „irritiert und erstaunt mich sehr“.

Warum ist das erlaubt? Russlands Atomindustrie ist von den EU-Sanktionen weitgehend ausgenommen. Selbst das Bundesumweltministerium sieht die Kooperation kritisch. Doch sind alle gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt, muss die Genehmigung erteilt werden.

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