Hamburg – Wenn der Kaffee knapp wird, hört für viele Deutsche der Spaß auf. Keine Bohnen im Haus? Undenkbar. Also wird gebunkert, was das Regal hergibt. Eine bis drei Packungen als eiserne Reserve haben 63 Prozent der Befragten im Schrank. 7 Prozent horten sogar 6 ungeöffnete Packungen oder mehr als Vorrat. Das zeigt der Tchibo-Kaffeereport 2026.
Aber dafür zahlen sie nicht jeden Preis: 85 Prozent schlagen gezielt zu, wenn Kaffee im Angebot ist. Denn für 47 Prozent sind die Bohnen wegen der Preise inzwischen ein Luxusgut. 35 Prozent sind laut der Umfrage bereit, zwischen 10 und 12,99 Euro pro Kilo zu zahlen. Weitere 26 Prozent würden sogar 13 bis 15,99 Euro ausgeben. Auch im Restaurant hat sich die Schmerzgrenze verschoben. Für einen Espresso akzeptieren viele inzwischen bis zu 4,50 Euro. Wird es teurer, ziehen 46 Prozent die Reißleine und verzichten. Für die Studie von Tchibo zusammen mit brand eins und Statista wurden 1500 Kaffeetrinker im Alter von 18 bis 75 Jahren befragt.
Mehr Frauen trinken Kaffee
Ist die Maschine leer, reagieren die Deutschen pragmatisch. 51 Prozent steigen auf Tee um. 32 Prozent trinken Wasser. Im Schnitt kommen die Deutschen auf 3,2 Tassen täglich. Spitzenreiter sind die 56- bis 65-Jährigen mit 3,6 Tassen pro Tag. Am zurückhaltendsten sind die 18- bis 21-Jährigen. Sie trinken im Durchschnitt 2,3 Tassen am Tag. Für 67 Prozent der Befragten ist ein Leben ohne Kaffee nahezu unmöglich. Besonders ausgeprägt ist das bei Frauen mit 72 Prozent, bei Männern sind es 62 Prozent.
Warum die Deutschen Kaffee trinken
Für 59 Prozent ist die erste Tasse der Startschuss in den Tag. 32 Prozent sehen darin den letzten Ruhemoment vor dem Alltagsstress. Für 27 Prozent bedeutet Kaffee „Zeit nur für mich“, für weitere 27 Prozent ist es „reine Gewohnheit“. Und 24 Prozent sprechen von „einem kleinen Luxus“. Mehrfachnennungen waren möglich.
Beim Geschmack bleiben viele klassisch: 47 Prozent bevorzugen Filterkaffee, 38 Prozent greifen zu Caffè Crema. Dahinter folgt Cappuccino mit 34 Prozent.
Koffein-Pillen und KI-Kaffee sind umstritten
Für viele junge Leute muss der Kaffee-Kick nicht aus der Tasse kommen: 37 Prozent der 18- bis 35-Jährigen würden den Koffein in Tablettenform schlucken, um wach und leistungsfähig zu bleiben. Über alle Altersgruppen hinweg lehnen das aber 77 Prozent ab. Bei der Gruppe der 56- bis 65-Jährigen sind das sogar 93 Prozent der Befragten.
Auch bei künstlicher Intelligenz in der Tasse sind die Deutschen laut der Studie gespalten. 37 Prozent würden einen Kaffee, dessen Mischung von einer künstlichen Intelligenz erstellt wurde, eher nicht probieren. 36 Prozent zeigen sich offen dafür.