Madrid – Ein Jubel, viele verschiedene Reaktionen! Nach dem 2:0 des FC Bayern im Ligaphasen-Spiel der Champions League bei Atlético Madrid diskutieren Experten und Fans kontrovers über eine Geste von Lennart Karl (18).
Das Offensiv-Juwel der Münchner hatte in der 54. Minute das erste Bayern-Tor erzielt und anschließend beide Hände vor seine Ohren gehalten und damit Sprechbewegungen gemacht. Ein brisanter Jubel, weil er von vielen als Reaktion auf die jüngsten Kritiken von Ehrenpräsident Uli Hoeneß (74) und Sportvorstand Max Eberl (53) an den Leistungen sowie am öffentlichen Auftreten von Karl interpretiert wurde.
Nach dem Motto: Sprecht ihr nur abseits des Platzes über mich, ich antworte auf dem Rasen. Auch TV-Experte Mats Hummels deutete die Geste so und kritisierte sie bei Amazon Prime mit den Worten: „Diesen Jubel sehen wir viel zu oft mittlerweile. Kritik gehört mit zum Fußball dazu.“
Eberl will den Jubel nicht gesehen haben
Und die Bayern? Die reagierten je nach Befragtem ganz unterschiedlich, teils auch ziemlich kurios! Sportchef Eberl antwortete in der Interview-Zone des Estadio Metropolitano auf die Frage, ob er um die Bedeutung des Jubels wisse, erst nur mit einem „Nein“. Auf die Frage, wie er den Jubel fand, erklärte er dann: „Ich habe es ehrlicherweise gar nicht gesehen, weil ich mich auch gefreut habe – und dann schaue ich da nicht drauf.“
Tom Bischof (21), einer der engsten Bayern-Kumpel von Karl, reagierte auf die Frage zum Hintergrund des viel diskutierten Jubels mit einem leichten Kopfschütteln und einem Lächeln und sagte: „Ich bin ihm sehr nah, aber ich habe keine Ahnung, was er gemacht hat.“
Kurios: Ein Video des afrikanischen TV-Senders „Sporty TV“ zeigt, wie Bayerns Pressesprecher Dieter Nickles (63) nach der Karl-Frage an Bischof erst den Kopf schüttelt und dann schmunzelnd mit Blick zum Fragensteller mit dem erhobenen Zeigefinger wedelt. Ein Versuch, weitere Nachfragen zum Reizthema zu verhindern?
Dazu passt: Zu Beginn des nächsten Interviews mit Manuel Neuer (40) sagt Nickles in Richtung der Journalisten: „Manu, ohne Jubel, ja.“ Eine Aufforderung, bei diesem Interview komplett auf Äußerungen zum Karl-Jubel zu verzichten? Jedenfalls wurden der Nummer 1 des deutschen Rekordmeisters danach keine Fragen dazu gestellt. Ganz unrecht war das den Bayern sicher nicht …