Jerusalem/Berlin – Das grauenvolle Bild von Shani Louk ging um die Welt, als sie am 7. Oktober 2023 vermutlich bereits tot auf einem Laster lag, grölende Hamas-Terroristen um sie herum. Die junge Deutsch-Israelin wurde vor drei Jahren mit nur 22 Jahren aus dem Leben gerissen, als sie das Supernova-Musikfestival bei Re'im an der Grenze zum Gazastreifen besuchte, um zu tanzen.
Am Dienstag teilte die israelische Armee (IDF) mit: Bei einem gezielten Luftangriff in Dschabaliya im Gazastreifen wurde ein Hamas-Terrorist getötet. Er soll Shani Louk während des Massakers entführt haben. Das berichtet u.a. auch die „Jerusalem Post“. Bei dem Getöteten soll es sich um Tamer Mohammad Ibrahim Al-Zabaq handeln. Der Hamas-Scherge war am 7. Oktober nach Israel eingedrungen und hatte sich an dem feigen Gemetzel beteiligt. Nach Angaben des Militärs kam er bei einem Luftangriff am Montag ums Leben.
Seit dem 7. Oktober 2023 habe Al-Zabaq weitere Terrorangriffe auf israelische Soldaten organisiert und versucht, die terroristische Infrastruktur der Hamas im Gazastreifen wieder aufzubauen, erklärte die IDF.
Sie kehrte nicht mehr lebend zurück
Damals verbreiteten sich rasend schnell Aufnahmen, die zeigten, wie Hamas-Terroristen den nur teilweise bekleideten Körper Louks auf der Ladefläche eines Pick-ups durch die Straßen des Gazastreifens transportierten. Die Bilder lösten große Besorgnis über ihren Zustand aus. Ende Oktober 2023 bestätigten forensische Experten ihren Tod, nachdem sie ein Fragment ihres Schädels gefunden und identifiziert hatten. Im Mai 2024 fanden israelische Soldaten bei einem Einsatz im Gazastreifen Louks sterbliche Überreste und brachten sie zur Bestattung nach Israel zurück.
„Sie war ein sehr fröhliches Kind und hatte früh ihre eigenen Vorstellungen vom Leben“, erzählte ihre Mutter Ricarda Louk kürzlich. „Sie war weltoffen, nähte ihre Kleider selbst und hat auch früh gesagt, dass sie Künstlerin werden will und die Schule sie nicht interessiert. Sie war sehr freundlich, nett und lustig und ist sofort aufgefallen“, sagt ihre Mutter, die aus Ravensburg am Bodensee stammt, aber schon seit Jahrzehnten mit ihrer Familie in Israel lebt.
Nach dem Mord an Shani hätten ihr viele Menschen geschrieben, erzählt Ricarda Louk – darunter auch einige, die ihre Tochter nicht gekannt hatten. „Sie schrieben, dass sie sie sich als Vorbild nehmen, weil sie so eine selbstständige Frau war. Es freut mich, dass sie so viel hinterlassen hat, trotz ihres kurzen Lebens.“
Kraft gebe ihr vor allen Dingen ihre Familie, sagt Louk: ihr Mann und ihre drei anderen Kinder. „Man muss auch stark für sie sein, muss ein Vorbild sein und ihnen zeigen, dass es noch andere, positive Sachen in der Zukunft gibt.“