Superstar Kylian Mbappé (27) kämpft mit seinem Team gegen Marokko um den Einzug ins WM-Halbfinale (22 Uhr, Magenta TV/ARD und hier im Live-Ticker). In der ersten Halbzeit kommt es zu einer riesigen Schiri-Aufregerszene – und ARD-Experte Bastian Schweinsteiger kritisiert das Gespann scharf.
27. Minute: Nach einem Foul des ehemaligen Bayern-Verteidigers Noussair Mazraoui bekommt Mbappé einen Elfer zugesprochen. Doch der französische Superstar verschießt, Marokko-Torwart Bono hält den Ball sogar fest. Danach gibt es viel Stoff für Diskussionen – denn: Vor dem Elfmeter dauert es sehr lange, bis Mbappé anlaufen darf. Der Real-Stürmer schüttelt immer wieder den Kopf, hebt vorwurfsvoll die Hände nach oben. Insgesamt liegen zwischen Pfiff und Ausführung 3 Minuten und 13 Sekunden. Grund: Ein langer VAR-Check des argentinischen Schiedsrichtergespanns um den argentinischen Referee Facundo Tello und VAR-Schiedsrichter Hernan Mastrangelo.
Schweini hat dafür kein Verständnis: „Für mich ist das ein Witz, dass Mbappé da so lange warten muss. Der Schiedsrichter muss ja mit irgendjemandem gesprochen haben. Er kann ja nicht Mbappé den Ball hinlegen lassen und dann eine Minute warten.“
„Jetzt hast du die Diskussion wieder“
Kommentator Philipp Sohmer (51) erklärt, es habe auch noch einen anderen Check gegeben, ob jemand seinen Mund mit der Hand verdeckt habe. Schweinsteiger kritisiert das Vorgehen dennoch – auch hinsichtlich einer WM-Verschwörung: „So etwas bringt den Schützen ja durcheinander. Jetzt hast du die Diskussion wieder über den argentinischen Schiedsrichter – nimmt der hier Einfluss auf den Elfmeter? Ich fand, das war ganz schlecht gemacht vom Schiedsrichterteam.“
Die Fifa hatte die französischen Fans und Medien verärgert, weil sie Tello als Teil einer rein argentinischen Fünf-Mann-Mannschaft für das Spiel am Donnerstagabend in Boston nominierte. Es ist das erste Mal in diesem Turnier, dass alle Schiedsrichter eines K.o.-Spiels aus derselben Nation stammen. Auf X häufen sich nach dem verballerten Elfer die wütenden Kommentare.
Frankreich und Argentinien könnten sich im Finale begegnen
Zwischen Frankreich und Argentinien herrscht eine große Rivalität. 2022 gewann Argentinien das WM-Finale gegen die „Équipe Tricolore“ im Elfmeterschießen, vier Jahre zuvor hatte Frankreich die Südamerikaner auf dem Weg zum Titel in einem denkwürdigen Achtelfinale (4:3) ausgeschaltet. Frankreich und Argentinien könnten am kommenden Wochenende zum zweiten Mal in Folge im Finale einer Weltmeisterschaft aufeinandertreffen.
Im Lager der Mannschaft von Didier Deschamps wurde die Entscheidung um die Schiris entspannt gesehen. „Ich konzentriere mich nicht darauf, wer der Schiedsrichter ist. Das haben wir noch nie gemacht. Wir konzentrieren uns auf Marokko und wollen das Spiel gewinnen“, sagte Bayern Münchens Starverteidiger Dayot Upamecano (27).