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Schon zur Hälfte fertig: China baut diese künstliche Sonne

Schon zur Hälfte fertig: China baut diese künstliche Sonne
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Hefei (China) – China und Europa liefern sich ein Rennen um eine Technologie, die die Energieversorgung der Menschheit revolutionieren könnte. Wer baut den ersten Fusions-Reaktor der Welt? Das Versprechen: nahezu unbegrenzter Strom, erzeugt wie in der Sonne selbst. China ist nun ein weiterer Meilenstein gelungen.

Noch stehen enorme technische Hürden im Weg. Doch China macht jetzt Tempo: Die neue Fusionsanlage BEST in Hefei (China) ist bereits mehr als zur Hälfte aufgebaut. Schon um 2030 soll dort gezeigt werden, wie aus Kernfusion elektrischer Strom entsteht.

So funktioniert die neue Energie

Im Inneren des Kraftwerks soll später ein Plasma mit Temperaturen von mehr als 100 Millionen Grad Celsius entstehen. Damit wäre es deutlich heißer als das Zentrum der Sonne mit etwa 15 Millionen Grad. Die neue Anlage soll ein sogenanntes „brennendes Plasma“ erzeugen. Dabei liefert die Kernfusion selbst einen wesentlichen Teil der Energie. Forscher gehen von einer schier endlosen Energiequelle aus.

Das Problem: Kein Material auf der Erde könnte diese Temperaturen dauerhaft aushalten. Deshalb muss das Plasma mit gewaltigen Magnetfeldern in der Schwebe gehalten werden, ohne die Wände des Reaktors zu berühren. Genau dafür werden supraleitende Magnete eingesetzt, die gleichzeitig auf rund minus 269 Grad Celsius gekühlt werden müssen.

Erste Tests schon erfolgreich

Dabei ist bereits ein Durchbruch gelungen. Im Vorgänger-Reaktor EAST hielten Forscher ein mehr als 100 Millionen Grad heißes Plasma 1066 Sekunden lang stabil. Und mehr: Im Sommer wurden die Supraleiter-Magnete für die neue Anlage erfolgreich getestet. Die gewaltigen Magnetspulen (581 Tonnen) sollen das millionengradheiße Plasma später in der Schwebe halten.

Wettlauf mit Europa

Im internationalen Rennen ist China nicht allein. Im südfranzösischen Cadarache entsteht mit ITER das größte Fusionsprojekt der Welt, ebenfalls eine künstliche Sonne. Erst Anfang Oktober wurde dort das letzte europäische Segment der riesigen Vakuumkammer angeliefert, ein wichtiger Meilenstein für den Bau eines Reaktors.

Doch ITER soll vor allem wissenschaftliche Grundlagen für künftige Fusionskraftwerke schaffen. Die Inbetriebnahme ist für 2034 bis 2036 geplant. In China geht man einen Schritt weiter.

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