Politik

Saufgelage mit AfD und Elsässer – jetzt kracht’s im BSW!

Saufgelage mit AfD und Elsässer – jetzt kracht’s im BSW!

Magdeburg/Berlin – Ein Abendessen, ein paar Gläser Wein – und jede Menge politischer Zündstoff! In Magdeburg haben sich führende Köpfe von AfD und BSW mit dem umstrittenen „Compact“-Chef Jürgen Elsässer (69) und Ex-AfD-Landeschef André Poggenburg (51) an einen Tisch gesetzt. Jetzt gibt es Ärger bis hoch in die Parteispitze!

Dabei war der Anlass des brisanten Treffens – die Einweihung eines neuen TV-Studios von Elsässers rechtem Magazin „Compact“ – ziemlich banal.

Prost mit AfD, BSW und Poggenburg

Mit dabei: der frisch gewählte Landtagspräsident Tobias Rausch (35, AfD) und AfD-Fraktionschef Oliver Kirchner (60). Für das BSW nahm unter anderem das Spitzenduo Claudia Wittig (43) und Thomas Schulze (62) mit Ex-Linken-Vize Diether Dehm (76) teil. Letzterem hatte BSW-Gründerin Sahra Wagenknecht die Aufnahme in ihre neue Partei verweigert, was ihr Dehm, langjähriger Weggefährte Wagenknechts, sehr verübelte.

Gastgeber Elsässer sprach von einem „historischen Zusammentreffen“. Insgesamt seien 25 Abgeordnete gekommen – 20 von der AfD, fünf vom BSW. In kleineren Gruppen seien auch strategische Fragen diskutiert worden.

Fotos zeigen die Politiker beim Essen und Zuprosten. Wittig verteidigte das Treffen zunächst auf X: Menschen mit unterschiedlichen politischen Ansichten könnten schließlich zusammen essen und Wein trinken.

Wittig räumt Fehler ein – Wagenknecht wird deutlich

Doch inzwischen klingt die BSW-Spitzenkandidatin deutlich kleinlauter. Zu BILD sagte Wittig: „Der Eindruck politischer Nähe, der über die Fotos vermittelt wird, ist falsch.“ Man sei zur Studioeröffnung eingeladen gewesen. „Es war unklug, auch zum anschließenden Essen zu bleiben. Wir bedauern den Fehler, so etwas wird sich nicht wiederholen.“

Auch Parteigründerin Sahra Wagenknecht (56) zieht eine klare Grenze. Zu BILD sagte sie: „Mit allen im Landtag vertretenen Parteien zu reden, ist richtig. Gemeinsame Dinner sind völlig daneben.“

De Masi warnt vor „Kumpanei“

Schon zuvor war Bundeschef Fabio De Masi (46) auf scharfen Abstand zu den Sachsen-Anhaltern gegangen. Es dürfe nicht der Eindruck einer „Kumpanei“ oder „privilegierten Partnerschaft“ mit der AfD entstehen. Die AfD sei sein politischer Gegner. Ein eigenes AfD-Fernsehen wolle das BSW ebenso wenig wie völkisches Gedankengut oder Geschichtsrevisionismus.

Aus dem Parteiumfeld heißt es, in Berlin habe man den Eindruck, den Sachsen-Anhaltern sei mit der Einladung zu Elsässer eine Falle gestellt worden. Ob das Treffen tatsächlich eine gezielte Provokation war, ist offen. Fest steht: Die Bilder haben der Parteiführung ein Problem beschert, das sie nun öffentlich einfangen muss.

Das BSW zerlegt sich selbst

Denn das BSW hat ohnehin Ärger im eigenen Laden. In Thüringen zerlegte sich die Landtagsfraktion um die Wagenknecht-Widersacherin Katja Wolf (50), gründete inzwischen einen eigenen Verein. In Brandenburg zerbrach schon im Januar die Koalition mit der SPD. Auch in Sachsen gibt es erste Risse: Die Abgeordnete Doreen Voigt (42) verließ dort die Landtagsfraktion und kritisierte die „Anbiederung“ ihrer Parteifreunde an die AfD.

Nun droht der nächste Konflikt – noch bevor die parlamentarische Arbeit in Sachsen-Anhalt richtig begonnen hat. Der Abend bei Elsässer könnte für das BSW jedenfalls noch ein ziemlich teures Essen werden.

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