Brasilien – Diese Geschichte lässt selbst erfahrene Ärzte ratlos zurück. In einem brasilianischen Krankenhaus erlitt der kleine Noah einen Monat nach seiner Geburt einen Herz-Kreislauf-Stillstand. Die Mediziner kämpfen offenbar vergeblich um ihn – das Baby wird für tot erklärt. Doch Stunden später meldet sich der Bestatter: Noah lebt!
Der Junge war am 15. Juni als Frühchen und mit einer Gaumenspalte zur Welt gekommen. Das berichten der brasilianische Sender Globo und das Nachrichtenportal G1. Die Eltern hatten sich nach dem verzweifelten Kampf um sein Leben schon von ihrem Kind verabschiedet. Als dann das Bestattungsunternehmen anrief und Lebenszeichen meldete, konnten sie es kaum fassen.
Bestatter bemerkt plötzlich Lebenszeichen
Der Säugling wird zurück auf die Intensivstation gebracht, anschließend in eine Uniklinik in Brasilien verlegt. Dort kämpfen jetzt Ärzte weiter um sein Leben. Die Eltern schildern dem TV-Magazin „Fantástico“, wie aus Verzweiflung innerhalb weniger Stunden neue Hoffnung wurde.
Krankenhaus spricht von einem „wahren Wunder“
Auch das Krankenhaus sucht nach Erklärungen. In einer Mitteilung spricht das Santa Casa de Rio Claro von einem der unerklärlichsten Vorfälle seiner hundertjährigen Geschichte. „Für viele, darunter Fachleute und Angehörige, gilt das Geschehene als ein wahres Wunder.“ Gleichzeitig betont die Klinikleitung, dass die behandelnden Ärzte alle medizinischen Protokolle eingehalten hätten. Bislang gäbe es keine Hinweise auf Fehler.
Noah wird weiter künstlich beatmet. Sein Zustand gilt als ernst, nach Angaben seiner Familie mache er jedoch Fortschritte.
Ärzte vermuten ein seltenes Syndrom
Als mögliche Erklärung nennen Mediziner das sogenannte Lazarus-Syndrom. Dabei handelt es sich um ein extrem seltenes Phänomen: Nachdem Wiederbelebungsmaßnahmen bereits beendet wurden und ein Mensch für tot gehalten wird, setzt der Kreislauf plötzlich spontan wieder ein. In der Fachliteratur sind weltweit nur wenige Dutzend solcher Fälle beschrieben.
Der Kinderarzt Nelson Rorigoshi erklärte gegenüber Globo, dieses Phänomen trete fast ausschließlich bei Erwachsenen auf. Fälle bei Babys seien außergewöhnlich selten.
Experten betonen, dass das Lazarus-Syndrom bis heute nicht vollständig erforscht ist. Als mögliche Ursachen werden u. a. ein verzögert einsetzender Kreislauf nach der Wiederbelebung, Veränderungen des Drucks im Brustkorb oder eine erst verspätet einsetzende Wirkung verabreichter Medikamente diskutiert.
Die Klinik untersucht den Fall weiter. Für seine Eltern zählt im Moment jedoch nur eines: Ihr Sohn lebt!