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Richter wollen die Originalaufnahmen: Wegen Block-Podcast! Polizei droht Journalistin mit Hausdurchsuchung

Richter wollen die Originalaufnahmen: Wegen Block-Podcast! Polizei droht Journalistin mit Hausdurchsuchung
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Hamburg – Erst sorgte der Podcast für Diskussionen im Gerichtssaal, jetzt landen sogar die Originalaufnahmen auf dem Richtertisch. Im Block-Prozess hat das Landgericht Hamburg die Herausgabe der Tonbänder hinter dem ZEIT-Podcast „House of Block“ angeordnet. Dafür sollte sogar die Wohnung einer ZEIT-Journalistin durchsucht werden. Nach BILD-Informationen war das Hamburger LKA am Dienstagmorgen zeitgleich in den Redaktionsräumen der ZEIT sowie an zwei Privatadressen der Reporterin in Berlin vor Ort.

Zu einer Hausdurchsuchung kam es am Ende jedoch nicht. Die Journalistin nutzte die vom Gericht eingeräumte Möglichkeit, die Aufnahmen freiwillig herauszugeben. Nach BILD-Informationen stellten die Beamten sie vor die Wahl: „Entweder wir durchsuchen jetzt Ihr ganzes Haus oder Sie geben es freiwillig heraus.“

Der Podcast hatte zuletzt neue Fragen im Prozess aufgeworfen. Darin sprechen die Töchter Johanna (20) und Klara (15) erstmals ausführlich über den jahrelangen Familienkonflikt und die mutmaßliche Entführung in der Silvesternacht 2023/24. Vor Gericht wollten die Kinder bislang nicht aussagen. Im Podcast schildern sie dagegen detailliert ihre Sicht auf die Ereignisse.

Gericht will die Originalaufnahmen

Die Richter erhoffen sich von den Mitschnitten neue Erkenntnisse für das Verfahren. Möglicherweise enthielten die Gespräche Informationen, die bislang weder in den Akten noch im Gerichtssaal aufgetaucht seien. Außerdem könnten die Aufnahmen helfen, Zeugenaussagen zu überprüfen.

Dass dafür in die Pressefreiheit eingegriffen wird, nimmt die Kammer offenbar in Kauf. Zwar genießen Journalisten grundsätzlich besonderen Schutz, im konkreten Fall überwiege jedoch das Interesse an der Aufklärung der schweren Vorwürfe. Dabei verweisen die Richter auch darauf, dass keine anonymen Informanten betroffen seien, weil die Gesprächspartner ihre Identität bereits öffentlich gemacht hätten.

ZEIT spricht von Angriff auf die Pressefreiheit

Die ZEIT kündigte bereits rechtliche Schritte gegen das Vorgehen an. Sprecherin Silvie Rundel erklärte, der Verlag wehre sich „entschieden gegen diesen Angriff auf die Pressefreiheit“ und habe Beschwerde gegen die richterlichen Anordnungen eingelegt.

Aus Sicht der ZEIT sind die angedrohte Durchsuchung und die Beschlagnahmung der Interviewaufnahmen unverhältnismäßig. Besonders kritisch sieht der Verlag die Begründung des Gerichts, wonach das Material unter anderem zur Überprüfung der Glaubwürdigkeit von Zeugen dienen solle. Die ZEIT-Chefredakteure Giovanni di Lorenzo und Jochen Wegner erklärten: „Zur Pressefreiheit gehört insbesondere der Quellenschutz, der für unabhängig berichtende Medien entscheidend ist. Wir werden uns deshalb mit allen rechtlichen Mitteln zur Wehr setzen.“

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