Lange war es still um ihn. Die Sommer-Schlagzeilen hatte Gianni Infantino inne. Vor rund einem Monat sorgte er stellvertretend für die Fifa mit einer Stellungnahme für Aufruhr in der Sportwelt. Sein Ziel: die WM zu privatisieren und Anteile der WM zu verkaufen.
Es formierte sich weltweiter Widerstand. Fans, Verbände innerhalb der Fifa und die Uefa attackierten Infantino für dessen Vorgehen. Sogar enge Vertraute traten zurück. Der Druck auf den Fifa-Präsidenten wurde schließlich so groß, dass er dem nicht standhalten konnte. Am 1. August knickte er ein und gab seine Investorenpläne auf. Seitdem hat man den Italiener nicht mehr öffentlich gesehen – bis jetzt.
Reporter zu Infantino: „Warum treten Sie nicht zurück?“
Der US-Korrespondent für Sky News, James Matthews, hat Infantino in der Dominikanischen Republik vor einem Hotel erwischt. Die beiden posieren zunächst für ein Foto, geben sich dabei einen kräftigen Handschlag. Anschließend läuft die Videoaufnahme weiter.
Matthews konfrontiert Infantino mit dessen gescheiterten WM‑Plänen. Matthews fragt direkt: „Haben sie den Fußball verraten?“ Infantino geht nicht auf die Frage ein, legt seine linke Hand auf die hintere rechte Schulter des Journalisten und sagt: „Sie haben eine schöne Frisur.“
Ein offensichtlicher Scherz des Italieners, der – wie Matthews – eine Glatze trägt.
Der Reporter hakt weiter nach, läuft neben Infantino her in Begleitung dessen Bodyguards. Matthews fragt zweimal: „Warum treten Sie nicht zurück?“
Infantinos Antwort: „Ich danke Ihnen vielmals.“ Matthews lässt nicht locker, sagt: „Fans, Fifa-Funktionäre wollen, dass Sie zurücktreten.“ Und dann fragt er noch ein letztes Mal: „Haben Sie das Vertrauen der Fifa missbraucht?“
Infantino steigt in das bereits wartende Auto und sagt beim Schließen der Tür noch einmal scherzhaft: „Wir sehen uns beim Friseur.“
Im März 2027 stehen die nächsten Fifa‑Präsidentschaftswahlen an. Infantino will sich erneut zum Präsidenten wählen lassen. Einen Gegenkandidaten gibt es bislang noch nicht.