Politik

Rente und Renteneintrittsalter: Schwesig legt gegen Merz und Bas nach

Rente und Renteneintrittsalter: Schwesig legt gegen Merz und Bas nach

Schwerin – Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) legt in der Rentendebatte nach – und schießt scharf gegen die Pläne der Bundesregierung. Ihr Hauptkritikpunkt: Die geplante Kopplung des Rentenalters an die Lebenserwartung. „Ich halte es nicht für richtig, die Rente nach Lebenserwartung zu gestalten, denn das ist eine durchschnittliche Zahl, die über die individuelle Situation gar nichts sagt“, sagte die wahlkämpfende Politikerin im ZDF-„Morgenmagazin“.

Rentenalter steigt auf 67,5 Jahre

Besonders brisant: Im Osten sinkt die Lebenserwartung sogar – anders als im Westen. Schwesigs Gegenvorschlag: Die Rente soll sich nach den Beitragsjahren richten. „Es muss möglich sein, dass jemand, der schon mit 20 arbeitet und einzahlt, eher rausgehen kann als jemand, der es erst mit 30 macht.“

Die Rentenkommission hatte vorgeschlagen, die Regelaltersgrenze an die Lebenserwartung zu koppeln: Ein Jahr mehr Lebenserwartung soll acht Monate längeres Arbeiten bedeuten. Das Rentenalter würde damit bis 2041 um ein halbes Jahr auf 67,5 Jahre steigen.

Beamte sollen mehr einzahlen

Die Bundesregierung will die Empfehlungen der Kommission möglichst 1:1 umsetzen. Bundeskanzler Friedrich Merz (70, CDU) ebenso wie Arbeitsministerin Bärbel Bas (58, SPD) wollen das Gesamtkonstrukt „nicht zerreden“ lassen.

Für Schwesig steht viel auf dem Spiel: Im September muss sie sich einer Landtagswahl stellen – und liegt hinter der AfD weit zurück. Schwesig verweist auf den Kommissionsvorschlag, die Beitragszahler-Basis zu erweitern. Deshalb sollen auch unversicherte Selbstständige und Politiker in die Rentenversicherung einzahlen. Bei den Beamten geht sie noch weiter, sie sollen in die gesetzliche Rentenversicherung: „Ich bin ausdrücklich dafür, dass mehr einzahlen in das System. Bei Beamten ist man viel zu schwach noch im Kommissionsvorschlag.“

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