Der US-Pharmakonzern Pfizer überdenkt wegen der Gesundheitspolitik der Bundesregierung seine Investitionen in Deutschland. In einem Brief an Bundeskanzler Friedrich Merz, der der Nachrichtenagentur Reuters am Mittwoch vorlag, übte Pfizer-Chef Albert Bourla scharfe Kritik an den aktuellen Gesetzesvorhaben. Diese veränderten die Preis- und Marktbedingungen derart, dass das Umfeld für nachhaltige, langfristige Investitionen „zunehmend schwierig“ werde.
Die Vorhaben stellten „die für solche Entscheidungen erforderliche Planbarkeit in Deutschland infrage“, schrieb Bourla. Als Konsequenz überprüfe der Konzern derzeit den Zeitpunkt, den Umfang und die künftige Priorisierung bestimmter geplanter Investitionen in der Bundesrepublik.
Für weltweit forschende Unternehmen seien Zuverlässigkeit, Transparenz und Beständigkeit der politischen Rahmenbedingungen ausschlaggebend, erklärte Bourla in dem auf Dienstag datierten Schreiben weiter. Unter den aktuellen Umständen seien diese Voraussetzungen in Deutschland immer weniger gegeben.
„Es ist zunehmend schwierig, die derzeitige politische Ausrichtung mit dem Anspruch in Einklang zu bringen, Deutschland als weltweit wettbewerbsfähigen Standort für biopharmazeutische Innovationen zu positionieren“, warnte der Pfizer-Chef.
Mit dem Brief sagte Bourla zugleich seine Teilnahme an dem für Oktober angesetzten ersten „Invest in Germany Summit“ der Bundesregierung ab. Zuerst hatte das „Handelsblatt“ darüber berichtet.
Pfizer ist nach eigenen Angaben mit mehr als 3000 Beschäftigten in Deutschland vertreten und betreibt in Freiburg einen wichtigen Produktionsstandort. Zudem verwies Bourla auf die langjährigen Forschungskooperationen mit führenden deutschen Partnern wie der Max-Planck-Gesellschaft und dem Mainzer Biotechunternehmen BioNTech.