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Oliver Kahn und Jens Lehmann diskutieren über deutsche Torhüter

Oliver Kahn und Jens Lehmann diskutieren über deutsche Torhüter
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Bei der „Sky“-Show „Triple – der Hagedorn Fußballtalk“ trafen Oliver Kahn (57) und Jens Lehmann (56) aufeinander, zwei Torwart-Legenden, die sich vor der Heim-WM 2006 einen der härtesten Zweikämpfe der deutschen Fußball-Geschichte um die Nummer 1 lieferten. Mit am Tisch saßen Weltmeister Roman Weidenfeller (46) und Gastgeber Riccardo Basile (34).

Gerade erst bekam Jonas Urbig (23) unter Neu-Bundestrainer Jürgen Klopp (59) in zwei Länderspielen den Vorzug, beim 2:0 gegen Serbien und beim 0:0 in Griechenland. Klopp stellte danach klar: „Mit einem Nummer-1-Status hat das nichts zu tun.“ Bei Bayern ist Urbig ohnehin nur die Nummer 2 hinter Manuel Neuer (40).

Genau das sehen Kahn und Lehmann kritisch. Lehmann traut Neuer weiter Topspiele zu und glaubt, dass Bayern mit dem Wechselspiel zwischen ihm und Urbig Meister wird. Einen Torwart, der in großen Spielen so zuverlässig ist wie Neuer, sieht er nicht. Urbig sei noch „zu unreif“, Neuer habe ein ganz anderes Standing. Auch nach den Fehlern in Augsburg sieht er keinen Qualitätsfehler. Für ihn bleibt Neuer die unumstrittene Nummer 1.

Lehmann geht weiter. Er hält die Konstellation für unglücklich: „Ich glaube nicht, dass er die Nummer eins bei Bayern auf Dauer wird, weil er zu jung ist.“ Auch im DFB-Team nicht: Er brauche erst noch einen Umweg. Als Ersatzmann sei es schwer, Nationaltorwart zu werden. Wer Fehler machen und daraus lernen will, müsse spielen, und das gehe nur als Nummer 1.

Auch Kahn zweifelt: „Ich kann nicht sagen, ob Urbig die Qualität hat, wirklich die Nummer eins bei Bayern München zu sein.“ Er mache hier und da gute Spiele und habe Länderspiele bestritten. „Das muss man sich mal vorstellen. Das alles ohne eine etatmäßige Nummer 1 zu sein. Das ist schon sehr außergewöhnlich.“

Kahn spricht über Neuer

Hätte Neuer schon die Karriere beenden sollen? Kahn will keinen Ratschlag geben, aber seine Haltung ist klar: „Ich kann jetzt niemandem etwas empfehlen, das kann der Mensch nur selbst entscheiden. Dinge wie: Wann höre ich auf, wann trete ich zurück? Du ersparst dir bestimmte Situationen.“

Er spricht aus eigener Erfahrung. „Wenn man 36, 37, 38 wird – ich hab das selbst erlebt – braucht der Körper länger zur Regeneration. Es passiert hier und da mal ein Fehler. Das Mentale, dieses ständige auf 100 Prozent laufen. Irgendwann kriegst du es nicht mehr hin, auch wenn du es willst.“

Kritik an der Ausbildung

Zudem kritisierten die Torwart-Legenden auch die Ausbildung der heutigen Schlussmänner. Weidenfeller beginnt bei der Wortwahl: „Torwart-Spieler“. Was bringe es, wenn ein Keeper den Ball gut herausspielt, ihn aber nicht festhalten kann? Lehmann legt nach: Er kenne keinen mehr, der Bälle tatsächlich fangen könne. Alle blocken nur noch.

Kahn bleibt diplomatischer. Dass sich technische Dinge ändern, sei normal. Seit der Neuer-Generation sei jedenfalls eine Lücke entstanden. Lehmann macht dafür auch die Akademien verantwortlich: Wer „verrückt“ sei, werde aussortiert, die „schrägen Vögel“ fehlten. Welche Weltklasse-Torhüter hätten die heutigen Bundesliga-Trainer hervorgebracht? „Keinen.“

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