Paris im Ausnahmezustand! Am heutigen Sonntag steigt im Stade de France das erste NFL-Spiel überhaupt in Frankreich. Die Pittsburgh Steelers treffen auf die New Orleans Saints. Doch vor dem historischen Football-Fest dreht sich längst nicht mehr alles nur um Touchdowns.
Nach den schweren Unruhen und erneuten Protesten in Frankreich steht die Partie unter besonders hohen Sicherheitsvorkehrungen. Rund um das Stadion stehen mehrere schwer bewaffnete Polizisten mit Maschinengewehren. Das Stade de France wird zur Festung! Die Sorgen begleiten das Paris-Spiel schon seit Tagen.
Nach den jüngsten Ausschreitungen sagten die Pittsburgh Steelers ihr geplantes „Steelers House“ im Bastille-Viertel ab. Auch das „NFL House“ blieb am Samstag geschlossen. Doch nicht nur bei den Verantwortlichen wuchs die Sorge vor dem historischen Spiel. Auch im direkten Umfeld der Steelers wurde die Sicherheitslage zum Thema.
Dani Watt, die Ehefrau von Steelers-Star T.J. Watt, hinterfragte öffentlich, warum die Partie angesichts der Situation überhaupt in Paris ausgetragen wird. Sie teilte in den sozialen Medien einen Bericht von CBS Pittsburgh, in dem es hieß: „Die NFL hält trotz der Unruhen in Paris an den Plänen für das bevorstehende Spiel der Steelers gegen die Saints fest.“ Dazu schrieb sie: „Sagt mir, wie das Sinn ergeben soll???“
Die Liga erklärte, bei allen organisatorischen und sicherheitsrelevanten Fragen eng mit den örtlichen Behörden und Partnern zusammenzuarbeiten. Nach Angaben der NFL habe es an den offiziellen Liga-Standorten zunächst keine Beeinträchtigungen gegeben.
Auch NFL-Boss Roger Goodell erklärte bereits unter der Woche, wegen der Sicherheitsplanung Kontakt mit US-Außenminister Marco Rubio gehabt zu haben. Man wolle sicherstellen, alle verfügbaren Informationen zu haben und die notwendigen Schritte einzuleiten. Das US-Außenministerium gab allerdings eine Sicherheitswarnung heraus und rief Amerikaner in Paris zu besonderer Vorsicht auf.
Kurz vor dem Spiel schaltete sich sogar US-Präsident Donald Trump ein.
„Ich glaube, es sieht so aus, als könnte morgen ein schlimmer Tag für Frankreich werden. Deshalb macht man sich natürlich Sorgen“, sagte er am Freitag vor Reportern. Und weiter: „Meiner Meinung nach hätte die NFL dieses Spiel wahrscheinlich verschieben können, denn Frankreich steckt wirklich in großen Schwierigkeiten.“ Nach BILD-Informationen hätte die Liga das Spiel bis Mittwoch verlegen müssen. London war als Ausweichort im Gespräch. Da das gesamte Trainingsequipment aber nach Madrid geschickt wird, wo die Liga am 8. November spielt, wäre eine Verlegung ein logistischer Kraftakt geworden. Somit wäre nur eine Austragung in New Orleans geblieben, aufgrund einer Parallelveranstaltung allerdings erst am Montagabend.
Wie ernst die Behörden die Lage nehmen, zeigt sich auch abseits der NFL: Das ursprünglich für Sonntag geplante Spiel von Paris Saint-Germain gegen Lyon wurde auf Wunsch der Pariser Polizei auf Montagabend verlegt. Die NFL dagegen spielt.